Ägypten: Wer beim Erklingen der Nationalhymne sitzt, muss in Haft

Neue Gesetze in Ägypten : Wer beim Erklingen der Nationalhymne sitzt, muss in Haft

In Ägypten kann die Schändung der Landesflagge oder das Sitzenbleiben beim Erklingen der Nationalhymne künftig mit bis zu einem Jahr Haft bestraft werden.

Der scheidende Übergangspräsident Adli Mansur ließ am Samstag ein entsprechendes Gesetz in Kraft setzen, wie sein Büro mitteilte. Die Regierung hatte es Ende vergangenen Jahres vor dem Hintergrund der erstarkenden nationalistischen Strömung in Ägypten auf den Weg gebracht. Nach der vom Militär betriebenen Entmachtung des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi war die Armee mit eiserner Härte gegen dessen Anhänger vorgegangen. Das nun in Kraft getretene Gesetz - eines der letzten in Mansurs Amtszeit - sieht den Angaben zufolge auch eine Geldstrafe von umgerechnet bis zu 3200 Euro für die Schändung der ägyptischen Flagge vor.

Gleiches drohe all jenen, die der Nationalhymne nicht im Stehen lauschen. Genau dies hatten einige islamistische Abgeordnete des 2012 aufgelösten Parlaments getan und damit einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. In besonders konservativen islamistischen Kreisen werden Nationalsymbole als Ausdruck westlichen Einflusses abgelehnt.

(DEU)