Hubschrauber kracht in Pub: Acht Menschen sterben nach Unglück in Glasgow

Hubschrauber kracht in Pub : Acht Menschen sterben nach Unglück in Glasgow

Schottlands Flagge weht auf Halbmast: Ein Polizeihubschrauber stürzte in Glasgow auf ein gut besuchtes Musiklokal. Acht Menschen starben. Dies teilte die Polizei am Samstag mit.

Ein Polizeihubschrauber mit drei Menschen an Bord hat in Glasgow das Dach einer gut besuchten Kneipe durchschlagen. Die Polizei rechnet mit mehreren Toten - zunächst wurde ein Opfer offiziell bestätigt, später acht.

"Wir rechnen damit, dass diese Zahl in den kommenden Stunden steigt", sagte Glasgows Polizeichef Sir Stephen House am Samstag. Die Polizei bestätigte, dass 32 Verletzte in drei Glasgower Krankenhäuser gebracht wurden.

Ursache noch unklar

Die Unglücksursache war am Samstag noch völlig unklar. Experten tendierten zu einem technischen Defekt an der Maschine des Typs Eurocopter als möglichen Hintergrund. Die Polizei leitete eine Untersuchung ein. Die Bergungsarbeiten gingen auch am Tag nach dem Absturz mit Nachdruck weiter. Die Polizei vermutet Unglücksopfer unter den Trümmern, möglicherweise auch noch Überlebende.

Als Reaktion auf das Unglück setzte in Schottland eine Welle der Anteilnahme ein. In der Nähe des Unglücksortes wurden Blumen niedergelegt. Bei Fußballspielen in Schottland legten Spieler und Zuschauer Gedenkminuten an. Schottlands Ministerpräsident Alex Salmond ordnete für das Wochenende - wegen des traditionellen Gedenken an den Schutzheiligen St. Andrew eigentlich ein Freudenfest in Schottland - Trauerbeflaggung an. Die blaue Fahne mit weißem Andreaskreuz wehte auf öffentlichen Gebäuden auf Halbmast. "Es ist ein schwarzer Tag für Glasgow und Schottland", sagte Salmond.

120 Gäste im Pub

Der mit zwei Polizisten und einem zivilen Piloten besetzte Helikopter war am späten Freitagabend auf einen belebten Pub gestürzt, wo gerade eine Band auftrat. Polizeichef House konnte nicht mit Sicherheit sagen, ob am Tag nach dem Unglück noch Überlebende in dem zum Teil eingestürzten Gebäude waren. "Es ist noch immer ein Rettungs- und Bergungseinsatz", sagte er. Leichtverletzte wurden in einem naheliegenden Hotel erstversorgt. Die Feuerwehr hatte 15 Einsatzwagen und 125 Rettungskräfte am Unglücksort.

Viele Gäste des Pubs "The Clutha Vaults", in dem zur Unglückszeit rund 120 Personen gefeiert hatten, konnten sich retten. Der Parlamentsabgeordnete Jim Murphy berichtete von einer Menschenkette, mit deren Hilfe Bewusstlose ins Freie gebracht worden seien.

Der Hubschrauber der Glasgower Polizei vom Typ Eurocopter EC 135 T2 war am Freitag gegen 22.25 Uhr mitten in der Innenstadt auf das Flachdach des Pubs gestürzt. Er soll nicht Feuer gefangen haben, offenbar gab es keinen Brand, auch keine Explosion. "Im Moment ist es ein völliges Mysterium", sagte der Luftfahrtexperte Chris Yates. Die Unglücksmaschine, die noch am Samstagmittag im eingestürzten Flachdach des Pubs feststeckte, war nach seinen Angaben sieben Jahre alt.

Augenzeugen berichteten, die Menschen im Pub hätten zunächst nicht wahrgenommen, dass es sich um einen Tragödie handelte. "Wir haben noch gescherzt, dass die Band das Haus zum Einstürzen bringt", sagte Grace McLean. Brendan Riondan sagte, es habe einen Knall gegeben. "Ich dachte erst, die Lautsprecher sind auseinandergeflogen", sagte er in der BBC. Dann sei ein Teil der Decke des Gebäudes auf die Theke gestürzt.

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(dpa)
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