Abschied von Fidel Castro: Tausende Kubaner begleiten seinen Sarg

Abschied von Revolutionsführer : Sarg von Fidel Castro beginnt Reise nach Santiago

Mit wehenden Fahnen haben tausende Kubaner den verstorbenen Revolutionsführers Fidel Castro auf seine letze Reise verabschiedet. Der Sarg von Castro wird in den nächsten vier Tagen von Havanna nach Santiago de Cuba überführt.

Santiago liegt 800 Kilometer von Havanna entfernt. Dort wurde ein mit der kubanischen Flagge bedeckter kleiner Sarg mit der Asche Castros am Mittwoch aus dem Verteidigungsministerium auf den blumengeschmückten Anhänger eines Militärjeeps getragen.

Tausende Kubaner schwenkten Flaggen für ihren früheren Präsidenten. Die meisten schwiegen, nur einige wünschten dem Toten lauthals Lebewohl. Viele waren von ihren Firmen geschickt worden, zahlreiche andere kamen freiwillig. Einige hatten auf der Straße übernachtet, weil alle öffentlichen Verkehrmittel für die Trauerfeiern eingesetzt wurden.

Der 58-jährige Tischler René Mena berichtete, seine Mutter habe ihn als Baby mit auf die Straße genommen, als der siegreiche Rebellenführer Castro im Januar 1959 in Havanna einzog. "Ich habe ihn gesehen, als er kam, nun sehe ich ihn, wie er geht. Abschiede sind ergreifend", sagte er.

Am Abend zuvor hatten zahlreiche Staatsoberhäupter dem Verstorbenen Respekt gezollt. Castro sei ein großer Kämpfer für die Idee gewesen, dass die Armen ein Recht auf ein leben in Würde haben, sagte Südafrikas Präsident Jacob Zuma.

Der Weg von Castros Sarg folgt in umgekehrter Richtung der Route des Triumphzugs seiner Rebellen vor fast 58 Jahren. Am Sonntag soll er in Santiago beigesetzt werden. Damit endet auch die neuntägige Staatstrauer.

Die Stadt war ein wichtiger Schauplatz für Castros Aufstieg zur Macht. 1953 versuchten er und mehr als 100 Gefährten dort vergeblich, die Moncada-Kaserne zu stürmen. Nach Gefängnis und Exil kehrte Castro 1956 mit Mitstreitern in den Osten der Insel zurück und vertrieb in einem mehrjährigen Bürgerkrieg den Diktator Fulgencio Batista.

Castro regierte anschließend bis 2006 und wurde dabei selbst zum Diktator. Am Freitag vergangener Woche starb er im Alter von 90 Jahren.

(hebu/ap)
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