Schneechaos: 80.000 Haushalte in Frankreich ohne Strom

Schneechaos: 80.000 Haushalte in Frankreich ohne Strom

Lyon/Paris (RPO). Nach dem chaotischen Schnee-Wochenende in Frankreich mit drei Todesopfern waren am Montag weiterhin knapp hunderttausend Haushalte ohne Strom oder Telefonanschluss. Die meisten Straßen wurden zwar wieder für den Verkehr geöffnet. Allerdings warnten die Behörden weiterhin vor massiver Lawinengefahr. In der Schweiz schneite es am Montag weiter, mehrere Täler blieben von der Außenwelt abgeschnitten. Auch aus Spanien und Österreich wurden starke Verkehrsbehinderungen gemeldet.

Bis zum Montag hatte der Wintereinbruch in Frankreich drei Menschen das Leben gekostet. Eine Frau kam im Département Haute-Loire in Mittelfrankreich ums Leben, als ihr Wagen in die Loire schlitterte. Im Jura-Gebirge riss eine Lawine einen 58 Jahre alten Schweizer in den Tod. In Savoyen wurde ein Frau von einem Zug überfahren, als sie auf schneebedeckten Gleisen spazieren ging.

Die Stromversorgung für rund 80\.000 Haushalte blieb am Montag weiterhin unterbrochen. 500 Mitarbeiter seien im Einsatz, um die beschädigten Leitungen zu reparieren, teilte der Stromversorger EDF mit. Dies könne aber bis zum Dienstag dauern. Ein Großteil des Plateaus der Ardèche war weiterhin praktisch eingeschneit, weder Strom noch Telefonleitungen funktionierten.

Während bis auf die A75 zwischen Clermont und Montpellier die Autobahnen wieder für den Verkehr frei waren, mussten tausende Schüler im Zentralmassiv und in den Alpen zu Hause bleiben. Der Schulbusverkehr war am Montag in mehreren Regionen untersagt. Im Département Vaucluse fürchteten die Behörden wegen der massiven Schnee- und Regenfälle Hochwasser. In Cavaillon wurden 80 Menschen in einer Turnhalle in Sicherheit gebracht.

70 Zentimeter Neuschnee in einer Nacht

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In den Schweizer Alpen blieb der Verkehr wegen anhaltender Schneefälle stark beeinträchtigt, mehrere Dörfer waren von der Umwelt abgeschnitten. Die weiße Decke wuchs über Nacht in manchen Gegenden um 70 Zentimeter, und weiterer Niederschläge waren vorhergesagt. In Siplom liegen inzwischen zwei Meter Schnee, eine rekordverdächtige Höhe für Mitte Dezember.

Die Schneefälle werden laut MeteoSchweiz bis zum (morgigen) Dienstagmittag anhalten. Die Schneedecke wird damit in den südlichen Walliser Alpen vom Grossen St. Bernhard bis zum Nufenenpass in den kommenden 24 Stunden nochmals um bis zu einem halben Meter anwachsen.

Die Matterhorn Gotthard Bahn stellte den Betrieb zwischen Niederwald und Oberwald ein. Die Züge verkehrten von Visp bis Niederwald und von Andermatt bis Oberwald.

Auch in Spanien saßen zahlreiche Autofahrer im Schnee fest, im Süden Österreichs ist das Lesachtal von der Außenwelt abgeschnitten.

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(AP)
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