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Taifun "Haiyan" kommt mit fast 400 km/h: 720.000 Philippinos sind auf der Flucht

Taifun "Haiyan" kommt mit fast 400 km/h : 720.000 Philippinos sind auf der Flucht

Der Super-Taifun "Haiyan" zählt zu den vier schwersten Stürmen der Geschichte. Experten rechnen mit verheerenden Schäden. Sintflutartiger Regen und gewaltige Sturmböen trafen am Morgen die Philippinen. Schon ist von ersten Toten die Rede. Dann brach der Kontakt in die Region ab.

Schlimmste Befürchtungen

Die Behörden auf den Philippinen rechnen mit dem Schlimmsten. Mit Super-Taifun "Haiyan" erwarten sie Chaos, Tod und Zerstörung. US-Meteorologen rechnen mit Spitzenwindgeschwindigkeiten in Böen bis zu 380 Stundenkilometern und warnen vor gewaltigen Schäden.

Philippinische Meteorologen gingen von niedrigeren Windgeschwindigkeiten aus, erwarteten in Böen 275 Stundenkilometer. Die Folgen wären immer noch verheerend.

Mit solchen Extrem-Böen traf "Haiyan" am Morgen bereits die philippinische Insel Samar rund 600 Kilometer südöstlich von Manila. Meteorologen erwarteten dort "katastrophale" Zerstörungen in der Einzugsschneise des Taifuns, der mit seinen Windgeschwindigkeiten zu den vier stärksten jemals gemessenen Wirbelstürmen der Welt gehört.

Aanschließend zog der Sturm von Osten nach Westen über mehrere Teile des Landes hinweg. Betroffen waren neben Samar auch die Inseln Leyte, Cebu and Panay. Rund 720.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen.

Der Sturm kostete bislang mindestens vier Menschen das Leben. Zwei davon starben durch einen Stromschlag, ein Mensch wurde von einem umstürzenden Baum erschlagen. Das vierte Opfer wurde Berichten zufolge vom Blitz getroffen.

Am Morgen bleibt es dunkel

Der Name des Supertaifuns "Haiyan" auf den Philippinen heißt übersetzt "Sturmvogel". Das Fernsehen zeigte Bilder von Straßen, die knietief überflutet waren, Dächer wurden komplett abgedeckt, Trümmer flogen durch die Gegend. Auch nach Tagesanbruch wurde es wegen der dichten Wolken kaum hell.

Im laufenden Jahr ist "Haiyan" der stärkste überhaupt gemessene Sturm. Sollten die Vorhersagen eintreffen, wäre er in der Geschichte der Wetteraufzeichnungen sogar der schwerste tropische Zyklon aller Zeiten, der je auf Land getroffen ist.

Die Menschen suchen Schutz

Im Vorfeld des Taifuns waren landesweit mehr als 125.000 Menschen in Sicherheit gebracht worden. Schulen blieben geschlossen, hunderte Flüge wurden gestrichen.

Das Land ist in diesem Jahr schwer gebeutelt. Auf den Philippinen gibt es normalerweise etwa 20 starke Stürme pro Jahr. "Haiyan" ist dieses Jahr bereits der 24. Erst vor drei Wochen erschütterte ein Erdbeben der Stärke 7,2 die Inseln Bohol und Cebu. Viele Opfer wurden in Zelten untergebracht. Jetzt trifft sie der Sturm. Tausende wurden in Notunterkünften untergebracht.

Der Sturm zieht weiter

Es wird erwartet, dass "Haiyan" am Freitag und Samstag über die zentralen Provinzen der Philippinen hinweg und dann über das Südchinesische Meer weiter Richtung Vietnam zieht. Die dicht besiedelte Region um die Hauptstadt Manila soll nach Erwartung der Meteorologen nicht betroffen sein.

Hier geht es zur Bilderstrecke: "Haiyan" trifft die Philippinen

(AP/AFP)