Aufständische attackieren Versorgungskonvoi: 60 Tote bei Angriff in Pakistan

Aufständische attackieren Versorgungskonvoi: 60 Tote bei Angriff in Pakistan

Sangjani/Pakistan (RPO). Angriffe auf Sicherheitskräfte und einen Nachschub-Konvoi der Afghanistan-Schutztruppe ISAF haben in Pakistan mehr als 60 Menschen das Leben gekostet. Dutzende Aufständische attackierten am Dienstagabend einen Konvoi der Regierungstruppen. Bei dem Gefecht wurden nach Regierungsangaben sechs Soldaten und 40 Aufständische getötet. Bis Mittwochmorgen griffen Extremisten außerdem eine Nachschubroute für die internationalen Truppen in Afghanistan und zwei Kontrollpunkte an.

Die Aufständischen griffen den Konvoi der pakistanischen Streitkräfte ausgerechnet in der Stammesregion Orakzai an, wo die Regierung die islamischen Extremisten für besiegt erklärt hatte. Nach Behördenangaben wurden dabei 15 Soldaten verletzt.

Angriff auf Versorgungsweg der Nato

Bei dem Angriff auf den Nachschubkonvoi der Nato-Truppe ISAF, nur zehn Kilometer von der Hauptstadt Islamabad entfernt, wurden nach Angaben der pakistanischen Polizei sieben Menschen getötet. Es handele sich vermutlich um Pakistaner, die als Fahrer oder Sicherheitspersonal eingesetzt wurden, hieß es. Die etwa 15 Angreifer schossen auf die Fahrzeuge und steckten sie anschließend in Brand. Sie entkamen mit zwei Autos und auf Motorrädern. Bei dem Angriff wurden mindestens 60 Container beschädigt, wie ein AP-Fotograf berichtete.

Durch das pakistanische Peshawar und den nördlich davon gelegenen Khyber-Pass laufen rund drei Viertel aller Lieferungen an die ausländischen Truppen in Afghanistan. In den vergangenen zwei Jahren kam es immer wieder zu Überfällen von Extremisten auf die Versorgungsrouten. Der Angriff vom Mittwoch war aber der erste in unmittelbarer Nähe der Hauptstadt.

  • Fotos : Pakistan: Militäroffensive gegen Islamisten

Ein weiteres Mal schlugen die Extremisten im Nordwesten Pakistans zu: In der Nacht auf Mittwoch griffen sie zwei Kontrollpunkte der Sicherheitskräfte an. Dabei wurden zwei Soldaten und sechs Aufständische getötet, wie ein pakistanischer Behördensprecher mitteilte.

Vier Tote bei Abschuss eines Hubschraubers in Afghanistan

Beim Abschuss eines Kampfhubschraubers in Südafghanistan kamen am Mittwoch vier Nato-Soldaten ums Leben. Der Hubschrauber wurde nach Angaben der Nato-Truppe ISAF in der Provinz Helmand angegriffen. In Helmand sind vor allem britische und US-Soldaten stationiert. Taliban-Sprecher Kari Jussef Ahmadi erklärte, Taliban-Kämpfer hätten den Hubschrauber mit zwei Raketen abgeschossen.

US-Verteidigungsminister Robert Gates mahnte unterdessen, spätestens bis zum Jahreswechsel müssten die Nato-Staaten in Afghanistan sichtbare Fortschritte erzielen. "In nahezu allen an der Koalition beteiligten Ländern wird die Öffentlichkeit erwarten, dass es in diesem Winter Fortschritte gibt, irgendein Zeichen, dass wir uns in die richtige Richtung bewegen", sagte Gates nach politischen Gesprächen in London. Er betonte allerdings, der Krieg werde damit keineswegs beendet sein: "Ich glaube, die Wähler sind klug genug zu wissen, dass wir dann nicht fertig sein werden."

(apn/felt)
Mehr von RP ONLINE