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Laisierung durch katholische Kirche: 384 Priester wegen sexuellen Missbrauchs verstoßen

Laisierung durch katholische Kirche : 384 Priester wegen sexuellen Missbrauchs verstoßen

Insgesamt 384 katholische Priester sind in den Jahren 2011 und 2012 wegen sexuellen Missbrauchs vom Vatikan verstoßen worden.

Offiziell sind die Priester laisiert worden. Als Laisierung wird die in christlichen Kirchen erfolgende kirchenrechtliche Aussetzung der Rechte und Pflichten eines Klerikers, die ihm aufgrund seiner Weihe zukommen, bezeichnet.

Vatikansprecher Federico Lombardi bestätigte am Samstag gegenüber Journalisten eine entsprechende Meldung der Nachrichtenagentur AP. Die Zahlen waren am Donnerstag bei der Vorstellung des Kinderschutzberichts des Heiligen Stuhls vor dem UN Komitee über die Rechte des Kindes in Genf bekanntgeworden.

Davon fielen rund 260 auf das Jahr 2011 und 124 auf 2012. Es waren die beiden letzten Amtsjahre von Benedikt XVI., der die Kirche auf ein energisches Vorgehen gegen die Missbrauchsskandale verpflichtet hatte. Die Laisierungen bezogen sich auf Vergehen, die zum Teil längere Zeit zurücklagen.

Insgesamt sind im Jahr 2011 nach vatikanischen Angaben 659 Geistliche in den Laienstand versetzt worden, ein großer Teil aufgrund von Zölibatsproblemen.

Lombardi hatte die Zahlen von AP aufgrund eines Missverständnisses zunächst angezweifelt. Er bezog sich dabei auf die Angaben des offiziellen Dokumentationsbandes "Aktivitäten des Heiligen Stuhls", wo im genannten Zeitraum eine ähnliche Zahl neuer Untersuchungen wegen Missbrauchs von Minderjährigen durch Priester bei der Disziplinarkommission der Glaubenskongregation eröffnet, aber keinesfalls abgeschlossen worden war.

(KNA)