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34 Frauen verklagen Pornhub-Firma wegen nicht-einvernehmlichen Sexvideos

Mutterhaus als „kriminelles Unternehmen“ angezeigt : 34 Frauen verklagen Pornhub-Firma wegen nicht-einvernehmlichen Sexvideos

34 Frauen klagen in den USA die Mutterfirma der Online-Pornoseite Pornhub an. Sie werfen dem Unternehmen vor, wissentlich von Videos zu profitieren, die nicht-einvernehmlichen Sex zeigen, darunter auch mit Minderjährigen.

Mehr als 30 Frauen gehen gegen nicht-einvernehmliche Sexvideos auf der Pornoseite Pornhub vor. Sie verklagen die Muttergesellschaft Mindgeek, der mehr als 100 Internetseiten mit pornografischen Inhalten gehören. „Die Klage wirft vor, dass Pornhub und MindGeek wissentlich von Videos profitiert haben, die Vergewaltigung, sexuelle Ausbeutung von Kindern, Rachepornos, Menschenhandel und andere nicht einvernehmliche sexuelle Inhalte zeigen“, teilte die Kanzlei Brown Rudnick am Donnerstag im Auftrag der Klägerinnen mit. Der Vorwurf gegen Mindgeek lautet, mit Pornhub einen Marktplatz für Kinderpornos und „jede andere Form“ von nicht einvernehmlichem Sex geschaffen zu haben. Die 34 Klägerinnen fordern Schadenersatz.

Bis auf eine Frau wollen alle Klägerinnen anonym bleiben. 14 von ihnen geben an, sie seien minderjährig gewesen, als sie für später auf Pornhub vertriebene Filme gefilmt worden seien. Die Klägerin Serena Fleites berichtete, sie sei 2014 dahinter gekommen, dass ein „sexuell eindeutiges Nacktvideo“, zu dem ihr damaliger Freund sie gedrängt hatte als sie erst 13 war, ohne ihre Zustimmung auf Pornhub gelandet sei. Pornhub habe den Film erst entfernt, nachdem sie sich als ihre Mutter ausgegeben und die Entfernung gefordert habe.

In der Zwischenzeit seien die Aufnahmen mehrfach von verschiedenen Usern herunter- und wieder hochgeladen worden, so dass sie für jedes einzelne Mal erneut die Entfernung beantragen musste. Die Anwälte der Klägerinnen werfen MindGeek darüberhinaus vor, Opfer von sexueller Gewalt und Ausbeutung einer Form des Psychoterrors mit Gewalt- und Todesdrohungen zu unterziehen.

Die Firma mit Büros unter anderem in Los Angeles, Montreal und Luxemburg wies die Vorwürfe bezüglich der kriminellen Natur des Unternehmens als „absurd“ zurück. „Pornhub toleriert keine illegalen Inhalte und untersucht alle Beschwerden oder Anschuldigungen zu Inhalten auf unseren Plattformen“, hieß es in einer Mitteilung.

„Hier geht es um Vergewaltigung, nicht um Pornografie. Es geht um Vergewaltigung und sexuelle Ausbeutung von Kindern. Es geht um Vergewaltigung und sexuelle Ausbeutung von Männern und Frauen“, heißt es in der Klage, die bei einem Gericht in Kalifornien eingereicht wurde. Pornhub und andere Seiten hätten den Missbrauch zehntausender Menschen dafür benutzt, um Profit zu machen. Weiter heißt es, Pornhub sei vermutlich „das größte nicht behördliche Lager von Kinderpornografie in Nordamerika und weit darüber hinaus“.

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Pornhub und andere MindGeek-Seiten sind seit geraumer Zeit unter Druck, seitdem Berichte über Videos von Minderjährigen für Empörung gesorgt hatten. Unter anderem hatte die „New York Times“ einen Bericht veröffentlicht, wonach viele der jährlich 6,8 Millionen neuen Videos auf Pornhub Kindesmissbrauch und nicht einvernehmlichen Sex zeigen. Die Folgen waren unter anderem, dass Visa und Mastercard die Zusammenarbeit mit Pornhub aufkündigten. Die Betreiber erklärten, Millionen Videos entfernt zu haben.

(c-st/dpa/AFP)