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Queen Elizabeth II.: Nacht im Krankenhaus – Ist die Sorge berechtigt?

Nach Krankenhausbesuch : Wie sehr müssen sich die Briten um die Queen sorgen?

Elizabeth II. erfreut sie sich einer rüstigen Konstitution. Doch immer mehr Schlagzeilen rund um ihre Gesundheit bereiten den Briten Sorgen – jetzt musste die Queen sogar eine Nacht im Krankenhaus verbringen.

Die Briten machen sich Sorgen um ihre Queen. Spekulationen über den Gesundheitszustand von Elizabeth II. waren schon am Wochenanfang aufgekommen, als die Queen einen Besuch in Nordirland auf Anraten ihrer Ärzte hatte absagen müssen. Als dann das Massenblatt „Sun“ am Donnerstagabend meldete, dass die 95-jährige Monarchin tags zuvor zu Tests in einem Londoner Krankenhaus gewesen und dort über Nacht bleiben musste, war der Buckingham Palast zu einem Statement gezwungen. Die Queen sei „in guter Stimmung“, verlautete ein Sprecher des Hofes am späten Donnerstagabend, sie wäre am Mittag entlassen worden und habe schon am Nachmittag wieder ihre Arbeit aufgenommen. Am Mittwoch hatten die Hofärzte die Queen ins private King Edward VII Hospital zu „einigen vorläufigen Untersuchungen“ geschickt. Weil die länger gedauert hätten, sei auf eine Rückkehr zum Windsor Castle verzichtet worden, und sie habe die Nacht in dem von den Royals bevorzugten privaten Krankenhaus verbracht. Die Untersuchungen, verhieß es weiter, hätten nichts mit Covid zu tun gehabt.

Seit Anfang Oktober hatte die Queen 16 formelle Termine absolviert. Von der Pflanzung eines Bäumchens über die Eröffnung des schottischen und walisischen Landtages bis zum großen Empfang auf Schloss Windsor am Dienstagabend, wo sie über 200 Politiker und Wirtschaftsführer begrüßte, zeigte sich die Monarchin in bester Form. Auf den offiziellen Fotos ist eine gebeugte, aber über das ganze Gesicht strahlende 95 Jahre alte Dame zu sehen, die dem amerikanischen Klima-Botschafter John Kerry die Hand reicht. „Sie habe ich doch gestern im Fernsehen gesehen“, sagte sie zu ihm.

Das Oberhaupt des britischen Königshauses erfreut sich einer rüstigen Konstitution, die sie von ihrer Mutter Elizabeth Bowes-Lyon geerbt haben dürfte. Die „Queen Mum“ wurde 101 Jahre alt, und das bei einer Diät, die bis zum Schluss Champagner und den Cocktail „Zaza“ beinhaltete. Auch für ihre Tochter gehörte dieser Cocktail aus Dubonnet und Gin zum abendlichen Ritual, doch nach dem Tod von Prinzgemahl Prinz Philip im April hat die Queen den Alkohol ganz aufgegeben. Ansonsten ernährt sie sich sehr gesund, verzichtet weitgehend auf Kohlenhydrate und andere Dickmacher und vertraut, wenn es mal Wehwehchen gibt, gerne homoöpathischen Heilmitteln.

Krankenhausaufenthalte sind bei ihr sehr selten, deshalb wohl auch die aktuelle Aufregung im Königreich. In den letzten 40 Jahren war Elizabeth nur fünf Mal zu Krankenhausaufenthalten gezwungen gewesen, sei es wegen einer Operation am Knie oder wie zuletzt vor acht Jahren aufgrund einer üblen Magenverstimmung. Doch wenn man 95 Jahre alt ist, kann auch eine Kleinigkeit bei den Untertanen Sorgen auslösen. Als die Queen kürzlich mit Gehstock fotografiert auftrat, führte das gleich zu Spekulationen.

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Sie selbst hält sich für kerngesund und war auch nur „widerstrebend“ dem Rat ihrer Ärzte gefolgt, den Besuch in Nordirland am Mittwoch abzusagen. Auch zum „Oldie of the Year“, zum Alterchen des Jahres, wollte sie nicht ernannt werden. Der jährlich vergebene Preis geht an hochbetagte und würdige Zeitgenossen, aber als er ihr angetragen wurde, ließ Elizabeth verlauten, dass sie sich dafür nicht qualifiziert fühlt, denn man sei „so alt wie man sich fühlt“. Also in ihrem Falle noch gar nicht bejahrt.

Und sie schaut weiteren Pflichten entgegen. Am Ende des Monats erwartet sie ein großer Empfang bei der Weltklimakonferenz in Glasgow. Zum „Cop26“, dem 26. UN-Klimapgipfel, werden mehr als 100 Staats- und Regierungschefs anreisen, und die Queen freut sich darauf, allen die Hand zu drücken. Vielleicht wird sie ihnen auch ins Gewissen reden wollen. Denn sie ist eine energische Streiterin für den Klimaschutz und hat in der vergangenen Woche in einem Privatgespräch Politiker für ihr zögerliches Handeln in der Klimakrise kritisiert. Es ist „irritierend“, sagte sie, „wenn sie reden, aber nicht handeln.“