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Queen Elizabeth: 94. Geburtstag inmitten der Corona-Pandemie

Anker der Stabilität in Großbritannien : Queen Elizabeth feiert ihren 94. Geburtstag inmitten der Corona-Pandemie

Keine Salutschüsse und ohnehin keine Feierstimmung: Der 94. Geburtstag der britischen Königin Elizabeth II. in diesem Jahr steht im Schatten der Corona-Krise.

Obwohl die Queen den Zweiten Weltkrieg miterlebt und während ihrer fast sieben Jahrzehnte auf dem Thron schon einige Krisen gemeistert hat, zählen die gegenwärtige Pandemie und deren Folgen sicherlich zu den schwersten Herausforderungen ihrer Regentschaft. Für die Briten ist die Monarchin gerade in diesen Zeiten ein Anker der Stabilität.

"Unter den gegebenen Umständen" halte die Königin die sonst üblichen Salutschüsse an ihrem Geburtstag dieses Jahr für "nicht angemessen", hatte der Buckingham-Palast vorab mitgeteilt. Die offizielle Geburtstagsfeier der Queen findet traditionell ohnehin erst im Juni statt. Ob in zwei Monaten größere Veranstaltungen im Vereinigten Königreich wieder möglich sind, ist allerdings fraglich. Denn das neuartige Coronavirus hat das Land fest im Griff, nach offiziellen Angaben starben hier allein in den Krankenhäusern des Landes bereits mehr als 16.500 Infizierte.

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Anfang April schwor die Queen die Briten in einer Fernsehansprache auf einen gemeinsamen Kampf gegen die Pandemie ein. "Zusammen gehen wir diese Krankheit an und ich will Ihnen versichern, dass wir sie überwinden werden, wenn wir geeint und entschlossen bleiben", machte sie den Menschen Mut. "Wir werden siegen. Und dieser Sieg wird jedem von uns gehören."

Es war erst die vierte derartige Rede der Queen während ihrer 68 Jahre auf dem Thron - normalerweise hält sie nur Weihnachtsansprachen. Durch Krisen begleitet hat sie ihr Land aber immer wieder. Nach dem Zweiten Weltkrieg durchlebten sie gemeinsam den Zerfall des britischen Weltreichs, den Kalten Krieg und den Brexit. Boris Johnson ist schon der 14. Premierminister, dessen Regierungserklärung Elizabeth II. verlas.

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Als Elizabeth Alexandra Mary, genannt "Lilibet", am 21. April 1926 geboren wurde, war ihr Weg auf den Thron nicht vorgezeichnet. Sie war die dritte in der Thronfolge nach ihrem Onkel Edward und ihrem Vater. Doch Edward VIII. dankte als König ab, um die geschiedene Amerikanerin Wallis Simpson heiraten zu können. Sein Nachfolger wurde Elizabeths Vater Albert als George VI.

1952 machte Georges plötzlicher Tod die 25 Jahre alte Prinzessin über Nacht zur Königin. Heute ist sie die dienstälteste der amtierenden europäischen Monarchen. Die Welt veränderte sich, die Queen blieb. Auch privat ist Elizabeth beständig. Seit fast 73 Jahren ist sie mit Prinz Philip verheiratet.

Unzählige Termine absolvierte die Monarchin in den vergangenen Jahrzehnten, dabei wirkte sie meist höflich-distanziert. Als Königin erlaubt sie es sich nicht, Gefühle zu zeigen.

Das zeigte sich auch bei Krisen in der eigenen Familie. 1992 erlebte Elizabeth ihr "annus horribilis": Die Ehen von drei ihrer vier Kinder - Charles, Anne und Andrew - zerbrachen. Fünf Jahre später geriet die Queen heftig in die Kritik, als sie zu dem Unfalltod ihrer Ex-Schwiegertochter Lady Diana tagelang schwieg, während ihr Volk und die ganze Welt um die "Königin der Herzen" trauerten.

Seitdem hat das Königshaus seine Kommunikationspolitik geändert und mit seiner jungen Generation Popularität zurückgewonnen. In den vergangenen Monaten stürzten jedoch der Rückzug des Queen-Enkels Prinz Harry und seiner Frau Meghan aus dem britischen Königshaus und die Verwicklung von Prinz Andrew in den Missbrauchsskandal um den US-Millionär Jeffrey Epstein die Royals erneut in eine Krise.

Diese Negativ-Schlagzeilen treten durch die Corona-Pandemie allerdings in den Hintergrund. Die Briten wissen, dass sie sich in diesen schwierigen Zeiten auf ihre Monarchin verlassen können. Sie fühlt sich an das Versprechen gebunden, das sie ihnen 1947 als Prinzessin in einer Rede zu ihrem 21. Geburtstag gab: "Mein ganzes Leben, sei es kurz oder lang, werde ich in Euren Dienst stellen."

Hier geht es zur Bilderstrecke: Historische Bilder von Queen Elizabeth II.

(zim/AFP)