Hüftbruch nach Elefantenjagd: Felipe und Letizia besuchen Juan Carlos

Hüftbruch nach Elefantenjagd : Felipe und Letizia besuchen Juan Carlos

Nachdem sich Spaniens König Juan Carlos nach seiner umstrittenen Elefantenjagd in Afrika die Hüfte gebrochen hat, bekommt er Besuch von der Familie. Sein Sohn, Kronprinz Felipe, und dessen Ehefrau Prinzessin Letizia besuchten ihn mit ihren Töchtern im Krankenhaus. Unterdessen wird die Kritik seiner Landsleute an diesem umstrittenen Hobby immer lauter.

Krankenbesuch bei Spaniens König: Juan Carlos' Sohn Felipe steht seinem Vater gemeinsam mit Ehefrau Letizia und ihren Töchtern Leonorund Sofia bei. Die Familie besuchte den 74-Jährigen, nachdem er am Wochenende in einer Madrider Klinik operiert wurde. Juan Carlos war nach in einem Safari Camp in Afrika über eine Stufe gestolpert und hatte sich die Hüfte gebrochen. Durch den Unfall war seine Jagd auf Elefanten publik geworden, die ihm weltweit Kritik einbrachte.

Nun bemüht sich Juan Carlos um Schadensbegrenzung. Gemeinsam mit Ministerpräsident Mariano Rajoy wolle der Monarch am Freitag darüber beraten, wie die Welle der Kritik gebremst werden könne, berichtete die Tageszeitung "El Mundo" am Montag. Dass der König mitten in der spanischen Schuldenkrise Elefanten in Afrika jagt, stößt in der Heimat auf Kritik und Empörung. In vielen Zeitungskommentaren wurde dem König am Montag Verantwortungslosigkeit und Gefühllosigkeit vorgeworfen.

Erst vor wenigen Wochen hatte Juan Carlos seine tiefe Sorge um die in Spanien grassierende Jugendarbeitslosigkeit zum Ausdruck gebracht. Zurzeit ist fast jeder zweite Spanier unter 25 Jahren ohne Job. Nach Ansicht der Zeitung "El País" hätte Regierungschef Rajoy den König dazu überreden müssen, die kostspielige Safari-Reise in Afrika abzusagen.

Wie die Zeitung "El País" berichtete, besteht innerhalb der regierenden Volkspartei (PP) und der sozialistischen Opposition große Sorge um einen Verlust des Ansehens des Königs im In- und Ausland. Mit seinem teuren und zweifelhaften Hobby gibt Juan Carlos nach Meinung vieler Spanier ein schlechtes Vorbild ab. Der König ist zu allem Überfluss Ehrenpräsidenten der nationalen Sektion der Umweltorganisation WWF.

Zehntausende fordern Rücktritt von WWF-Ehrenpräsidentschaft

Mittlerweile haben zehntausende Spanier König Juan Carlos aufgefordert, die Ehrenpräsidentschaft der spanischen Sektion der Tierschutzorganisation WWF niederzulegen. Bis Montag unterzeichneten bereits 40.000 Menschen eine entsprechende Online-Petition. Der WWF kündigte eine Stellungnahme zu dem Thema an.

Juan Carlos ist begeisterter Jäger. 2009 stellte ein Gericht ein Verfahren gegen die Autoren einer Karikatur ein, die den König während eines Jagdausflugs nach Russland zeigte, wo er einen betrunkenen Zirkusbären abgeschossen haben soll.

(dpa/AFP/jre/felt)