Fall Jeffrey Epstein: US-Staatsanwalt kritisiert Prinz Andrew als unkooperativ

Ermittlungen im Fall Epstein : US-Staatsanwalt kritisiert Prinz Andrew als unkooperativ

Im Fall Jeffrey Epstein hat ein Staatsanwalt in den Vereinigten Staaten dem britischen Prinzen Andrew mangelnde Zusammenarbeit vorgeworfen. Der Buckingham-Palast schweigt in der Sache.

„Bis heute hat Prinz Andrew null Kooperation gezeigt“, kritisierte der US-Staatsanwalt Geoffrey Berman am Montag in Manhattan. Staatsanwaltschaft und FBI hätten die Anwälte des Prinzen kontaktiert und um eine Befragung gebeten.

Öffentlich hat Andrew erklärt, bei einer Ermittlung bereit für eine Zusammenarbeit zu sein. Der Prinz gab im vergangenen Jahr seine königlichen Pflichten ab, nachdem seine Freundschaft zu dem mutmaßlichen Sexualstraftäter verstärkt Aufmerksamkeit bekam und ihm eine Frau vorwarf, mehrere sexuelle Begegnungen gehabt zu haben - bei der ersten sei sie 17 Jahre alt gewesen.

In einem TV-Interview im Herbst gab Andrew an, am Abend einer angeblichen Begegnung mit der Frau in London sei er mit seinen Kindern Pizza essen gewesen. Er hat außerdem gesagt, ihm sei Epsteins mutmaßlicher Missbrauch Minderjähriger nicht bekannt gewesen.

Staatsanwalt Berman betonte am Montag, trotz Epsteins Selbsttötung im vergangenen Jahr laufe die Ermittlung zum mutmaßlichen Menschenhandel zu sexuellen Zwecken weiter. Epstein hätte die Vergehen nicht ohne die Hilfe anderer begehen können. „Ich versichere Ihnen, dass die Ermittlung vorwärts geht.“

Die Nachrichtenagentur AP hat an den Buckingham-Palast eine Kommentaranfrage wegen Bermans Vorwurf gerichtet.

(csi/dpa)