Das Geschäft mit der Hochzeit von Prinz Harry und Meghan Markle

Bier, Porzellan und Kondome: Das königliche Geschäft mit der Hochzeit von Prinz Harry und Meghan Markle

Die Hochzeit von Prinz Harry und Meghan Markle versetzt nicht nur Fans der Royals in Begeisterung. Auch Geschäftsleute freuen sich bereits seit Monaten auf das Großereignis. Schließlich lässt es sich vortrefflich vermarkten.

Von der Motivtasse über eine neue Bierkomposition bis hin zu Kondomen wird eine riesige Palette an Produkten angeboten, die Harry und Meghan im Namen tragen oder das fotogene Paar abbilden. Und auch die Tourismus- und die Modebranche setzen auf positive Effekte.

Dass sich mit der Hochzeit des Jahres sehr gut Geld verdienen lässt, wurde schon im November deutlich, als das britische Königshaus die Verlobung von Prinz Harry mit der US-Schauspielerin bekannt gab. Nur wenige Stunden später bot der Online-Juwelier Jewlr.com eine Nachbildung von Meghans Verlobungsring an. Das Keramik-Unternehmen Emma Bridgewater nahm sofort eine Tasse mit der Aufschrift "Harry und Meghan sind verlobt" in ihr Programm.

Stolze Preise

Mittlerweile gibt es auch ein offizielles Geschirrservice zu Ehren des Paares. Es wird nach einem 250 Jahre alten Verfahren hergestellt. Die Kaffeetasse kostet 25 Pfund (29 Euro), ein Teller 49 Pfund. Die Erlöse gehen an den Royal Collection Trust, der sich um die Bewahrung des königlichen Kulturerbes kümmert.

Wer es unkonventioneller mag, kann zum neuen Bier der Brauerei Windsor & Eton greifen. Als Hommage an Harry und Meghan wird das Pale Ale mit britischem und US-Hopfen gebraut und mit einem Hauch Champagner-Hefe verfeinert.

Mit britischem Humor kommen die Kondome Marke Crown Jewels Heritage (Kronjuwelenerbe) daher, die laut Hersteller "für einen Prinzen gemacht" sind. Für die Packung mit vier Präservativen, die ein Foto von Prinz Harry und Meghan ziert, werden stolze zehn Pfund verlangt. Dafür erklingen die britische und die US-Nationalhymne beim Öffnen der Packung.

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Aber nicht nur die Hersteller solcher Artikel, sondern auch Cafés und Pubs auf der Insel wittern ein gutes Geschäft. Schließlich dürfen sie am Wochenende der Hochzeit von Harry und Meghan länger öffnen. Die Beratungsfirma Brand Finance prognostizierte, dass das Großereignis den Umsatz der britischen Wirtschaft in diesem Jahr um mehr als eine Milliarde Pfund steigert, davon 300 Millionen Pfund im Tourismus.

Gewaltiges Medieninteresse

Die Hochzeit von Harrys älterem Bruder William und Kate Middleton im April 2011 hatte 350.000 ausländische Besucher zusätzlich nach Großbritannien gelockt. Dank des schwachen britischen Pfund und des "unglaublichen Medieninteresses" könnte die Hochzeit von Harry und Meghan sogar noch mehr zusätzliche Touristen anlocken, mutmaßt Brand Finance.

Die Polizei rechnet mit gut 100.000 Besuchern allein in Windsor, wo die Eheschließung stattfindet. In dem Ort rund 30 Kilometer westlich von London boten viele Bewohner Zimmer oder ihre Wohnungen Royals-Fans oder Medien-Teams zur Miete an. Ein Haus im Stadtzentrum kostet da mal locker 3500 Euro pro Nacht, für eine Drei-Zimmer-Wohnung "zu Fuß 50 Sekunden vom Schloss entfernt" wurden 2100 Euro pro Nacht aufgerufen.

Ein Stück vom Kuchen will auch die Modebranche abhaben, denn schließlich werden die Kleider von Meghan schnell zum Verkaufsschlager. Die Nachfrage nach dem weißen Mantel, den sie beim Fototermin zur Verkündung ihrer Verlobung trug, legte die Website des kanadischen Herstellers Line zwischenzeitlich lahm.

Mit der Aufnahme von Meghan in die königliche Familie werde ihr Einfluss in Modefragen wohl noch weiter zunehmen, heißt es in der Analyse von Brand Finance. Die 36-Jährige werde eine "einflussreiche Botschafterin für britische Marken, besonders in ihrem Geburtsland Amerika". Die britische Wirtschaft wird's freuen.

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(mro/AFP)