Belgiens König Philippe begnadigt mehrere Raser

Kritik an Philippe : Belgiens König begnadigt mehrere Raser

Der belgische König Philippe hat seit der Thronbesteigung Ende Juli kaum für Schlagzeilen gesorgt. Nun gerät er ausgerechnet wegen seiner übergroßen Güte gegenüber Verkehrssündern in die Kritik.

In seiner kurzen Amtszeit hat der Monarch bereits elf Straftäter begnadigt — darunter notorische Raser, die ihren Führerschein verloren haben. "Das ist ein schlechtes Signal", kritisiert Benoît Godard vom Institut für Sicherheit im Straßenverkehr (IBSR). Philippe banalisiere solche Delikte, obwohl rund 10.000 Menschen jährlich bei Unfällen umkämen. "Wir verstehen den König nicht", heißt es auch von der Vereinigung der Eltern verunglückter Kinder.

Im niederländischsprachigen nördlichen Landesteil, wo der Monarch ohnehin nicht so beliebt ist, will man aus der "Affäre" politisch Kapital schlagen. Die flämische Verkehrsministerin Hilde Crevits hat Einzelheiten zu den Begnadigungen gefordert. Sie möchte wissen, nach welchen Kriterien die Betroffenen ausgewählt wurden. Die separatistische NVA will die Begnadigungen gleich ganz abschaffen, hält sie für nicht mehr zeitgemäß. Das überrascht nicht. Parteichef Bart de Wever hat gerade den Plan für ein konföderales Belgien präsentiert und hält die Monarchie an sich für überflüssig.

Unterstützung bekommt Philippe von Sozialistin Laurette Onkelinx. Sie ist Justizministerin, und der König spricht die Begnadigungen auf Empfehlung ihres Hauses aus. Damit ist die Verurteilung übrigens nicht automatisch aus der Welt geschafft, immerhin kommt der Antragsteller aber in den Genuss einer Strafmilderung.

(ing)