Potsdam: Adel feiert Preußen-Hochzeit

Potsdam : Adel feiert Preußen-Hochzeit

Vor 650 Gästen gaben sich Georg Friedrich Prinz von Preußen und Sophie Prinzessin von Isenburg in der Potsdamer Friedenskirche das Ja-Wort. Designer Wolfgang Joop schuf das Brautkleid namens "Whisper White".

Deutschland hat am Wochenende eine glanzvolle preußische Hochzeit erlebt. Georg Friedrich Prinz von Preußen und Sophie Prinzessin von Isenburg haben am Samstag in der Potsdamer Friedenskirche geheiratet. An der kirchlichen Zeremonie nahmen rund 650 Gäste des deutschen und internationalen Adels sowie Vertreter aus Politik und Gesellschaft teil.

Die Offenheit und Toleranz, die im Haus des Prinzen Tradition seien, und der große Familienzusammenhalt, der die Fürstenfamilie von Isenburg auszeichne, mache beide zu einem starken Paar, sagte der evangelische Pfarrer Michael Wohlrab während der ökumenischen Zeremonie. Ihm zur Seite stand der pensionierte Abt Georg Graf Henckel zu Donnersmarck, Onkel des Filmregisseurs Florian Henckel von Donnersmarck.

Nicht im Bentley oder einer Kutsche kam der Bräutigam und Ururenkel des letzten Kaisers Wilhelm II. zur Friedenskirche im Schlosspark Sanssouci. Georg Friedrich Prinz von Preußen (35) erschien zu Fuß bei seiner Trauung, in Begleitung seiner Mutter Donata Gräfin zu Castell-Rüdenhausen und Arm in Arm mit seiner Schwester Cornelie-Cécile (33), die seit ihrer Geburt behindert ist. Die Braut kam in einem Rolls-Royce.

Ihr Kleid namens "Whisper White" hatte Designer Wolfgang Joop entworfen. Da sich der Modemacher eigenen Angaben zufolge an dem historischen Schleier aus dem isenburgischen Besitz orientieren musste, den die Braut darüber trug, wurde die eigentlich weiße Seide leicht eingefärbt. Die Braut trug ein Diadem, das vermutlich um 1860 in Paris angefertigt wurde und traditionell bei Hochzeiten von weiblichen Mitgliedern des Fürstenhauses Isenburg getragen wird.

Nach dem Verlassen der Kirche gaben sie sich vor dem Gotteshaus einen Kuss und stiegen in einen blauen Landauer, der sie zum Empfang in den Neuen Kammern neben Schloss Sanssouci bringen sollte. Fast wäre es mit der Kutschfahrt nichts geworden: Kurz bevor das Paar einsteigen sollte, war eines der Pferde ausgerutscht und gestürzt. Es berappelte sich jedoch und kam mit Hilfe des Kutschers und weiterer Helfer wieder auf die Beine.

Aus europäischen Adelskreisen waren unter anderem die russische Großfürstin Maria Romanowa und die rumänische Kronprinzessin Margarita eingeladen. Die Königshäuser waren nicht vertreten. Denn Prinz Georg Friedrich ist lediglich ein potenzieller Kaiser – die Anwesenheit tatsächlicher Monarchen wäre nicht standesgemäß gewesen.

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(RP)