Alle vier Jahre 29. Februar: Warum es das Schaltjahr gibt

München · Der letzte Donnerstag im Februar hat in diesem Jahr ein besonderes Datum – den 29. Dieses nur alle vier Jahre auftretende Datum folgt genauen Regeln, die seit Jahrhunderten gelten.

Ausschnitt einer Briefmarke der Deutsche Post zum 40. Jubiläum des Gregorianischen Kalenders im Jahr 1982.

Ausschnitt einer Briefmarke der Deutsche Post zum 40. Jubiläum des Gregorianischen Kalenders im Jahr 1982.

Foto: Thomas Bernhardt/Archiv Thomas Bernhardt

Papst Gregor XIII verfügte 1582 auch über eine große weltliche Macht, sodass er eine Reform des Kalenders auf den Weg bringen konnte: Mit einer sogenannten päpstlichen Bulle setzte er damals die auch heute noch geltenden drei Regelungen für das Schaltjahr in Kraft.

Schaltjahr 2024: Diese Promis haben am 29. Februar Geburtstag
14 Bilder

Diese Promis haben oder hatten an einem 29. Februar Geburtstag

14 Bilder
Foto: dpa/Jens Kalaene

Danach sind erstens alle durch vier teilbaren Jahre Schaltjahre. Zweitens sind alle auch durch 100 teilbaren Jahre keine Schaltjahre. Dies galt bislang aber nur in den Jahren 1700, 1800 und 1900. Denn drittens sind glatt durch 400 teilbare Jahre wiederum Schaltjahre, weshalb das Jahr 2000 wiederum einen 29. Februar hatte. Nach 2024 wird es demnach noch 18 Schaltjahre geben. Das Jahr 2100 aber wird als Schaltjahr ausgesetzt, da es zwar durch vier teilbar ist, als Säkularjahr auch durch 100, jedoch nicht durch 400.

Diese drei Regeln waren notwendig, um die Ungenauigkeit in dem noch von Julius Cäsar erlassenen Julianischen Kalender auszubügeln. Dessen Werk hatte die Feinheiten des unserem Kalender zugrunde liegenden tropischen Jahres nicht vollkommen berücksichtigt. Denn dieses Jahr hat nicht genau 365 Tage, sondern 365,242189 Tage.

Der Gregorianische Kalender mit seinen 365,2425 Tagen hat sich diesem Wert weiter angenähert als der Julianische (365,25 Tage), was dem "Kniff" mit den Regeln zwei und drei zu verdanken ist. Allerdings war auch der Papst nicht unfehlbar: Das Gregorianische Jahr ist immer noch um 27 Sekunden zu lang, weshalb der Kalender in 3200 Jahren um einen Tag abweicht.

Was passieren würde, wenn es kein Schaltjahr gäbe

Ohne diese Korrektur, würde sich allmählich die Jahreszeiten verschieben, da jedes Kalenderjahr dann 365 Tage dauert, ein Erdjahr aber tatsächlich 365,2425 Tage lang ist.

Ebenso verhält sich das mit astronomischen Ereignissen wie zum Beispiel Sommer- und Wintersonnenwende. Diese würden nicht mehr mit unserem Kalender übereinstimmen.

(dw/RPO)
Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort