Prozess gegen zwei Männer aus Berlin und Pirna: 14 Jahren Haft wegen schwerer Vergewaltigung

Prozess gegen zwei Männer aus Berlin und Pirna: 14 Jahren Haft wegen schwerer Vergewaltigung

Leipzig (AP). Das Landgericht Leipzig hat am Mittwoch zwei Männer, die in der Messestadt ein Mädchen verschleppt und vergewaltigt hatten, wegen schwerer Vergewaltigung in Tateinheit mit Geiselnahme und sexuellen Missbrauch zu einer Freiheitsstrafe von jeweils 14 Jahren verurteilt. Außerdem ordnete die 6. Strafkammer die anschließende Sicherungsverwahrung an, weil die beiden 36 Jahre und 43 Jahre alten Angeklagten für die Allgemeinheit gefährlich seien und der Hang zu weiteren Straftaten gegeben sei. Die Staatsanwaltschaft hatte die Höchststrafe von 15 Jahren gefordert; die Verteidigung hatte kein konkretes Strafmaß gefordert.

In seiner Urteilsbegründung sprach der Vorsitzende Richter Erich Draht von einer kaltblütigen und skrupellosen Tat. Es bleibe zu wünschen, dass das Opfer, ein zum Tatzeitpunkt 13 Jahre altes Mädchen, die Folgen der Tat überwinden könne. Beide Angeklagten seien Mittäter gewesen, keiner hätte gegen das Vorgehen des anderen protestiert.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die beiden arbeitslosen Männer aus Berlin und Pirna am 27. September 1999 ihr Opfer an einer Haltestelle in der Leipziger Innenstadt angesprochen, in die Wohnung eines Bekannten verschleppt und dort die Nacht über mehrfach vergewaltigt haben. Sie hatten sich bei ihrer Tat als Drogenfahnder der Kriminalpolizei ausgegeben und konnten ihr Opfer unter diesem Vorwand überzeugen, mitzukommen. Ihr Opfer setzten sie unter Alkohol und Drogen, so dass es wehrlos war. Am nächsten Tag brachten sie das Mädchen in ein Waldstück in der Nähe von Potsdam. Dort setzten sie es aus, fesselten und knebelten es und zogen dem Kind anschließend eine Plastiktüte über den Kopf. Die Angeklagten waren wärend der Hauptverhandlung weitgehend geständig.

Mädchen in Todesangst

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Richter Draht sprach davon, dass sich das Mädchen in Todesangst befunden habe. Nur durch ein Wunder sei das Kind, als es im Waldstück ausgesetzt wurde, nicht in dem Plastikbeutel erstickt. An dem tatsächlichen Tatverlauf habe es nach Überzeugung des Gerichtes keinen Zweifel gegeben. Auch könnten die Männer keine mildernden Umstände dadurch für sich geltend machen, dass sie unter Alkohol gestanden hätten.

Auch am Vorsatz für die Tat am Tag des Verbrechens habe es keinen Zweifel gegeben. Draht verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass beide Angeklagten, bevor sie auf ihr Opfer trafen, sich vorher schon an einem zehnjährigen Mädchen in Leipzig vergehen wollten. Dies sei aber durch das resolute Einschreiten einer 76-jährigen Frau verhindert worden.

Beide Männer sind mehrfach vorbestraft. Einer von ihnen war 18 Jahre wegen Mordes und Vergewaltigung in der Justizvollzugsanstalt in Brandenburg in Haft und war im Jahre 1998 entgegen des Rats eines Gutachters auf Bewährung entlassen worden. Auch der zweite Angeklagte saß wegen versuchten Mordes und sexuellem Missbrauchs im Gefängnis und war erst seit 1999 auf freien Fuß.

(RPO Archiv)
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