Düsseldorf: Wohnungseinbrüche: Polizei kritisiert Innenminister

Düsseldorf: Wohnungseinbrüche: Polizei kritisiert Innenminister

Der Kampf gegen Wohnungseinbrüche ist in NRW nach Ansicht der Gewerkschaft der Polizei (GdP) nicht effektiv genug. "Nicht angekündigte Aktionen, sondern überraschende Schwerpunktkontrollen und verstärkte Streifentätigkeit in Wohnbereichen sind erforderlich", betont die GdP und kritisiert damit indirekt den für die Polizei zuständigen Innenminister Ralf Jäger (SPD). Er hatte im Oktober angekündigt, die Polizei werde die Kontrollen an den Raststätten der A 2, A 3 und A 4 verstärken, weil dort die Täter die Fahrzeuge wechselten und die Beute Hehlern übergäben. "Über so etwas redet man nicht, das macht man", sagte GdP-Landeschef Arnold Plickert. Er sei dagegen, den organisierten Banden mitzuteilen, "was wir wann wo vorhaben". Es reiche nicht aus, "nach dem Gießkannenprinzip quer durch das Land" die mit Wohnungseinbrüchen befassten Polizeiteams geringfügig zu verstärken.

Gerade in den Monaten mit hoher Deliktdichte (November bis März) sei es unerlässlich, unter Einsatz von Hundertschaften die Streifen zu verstärken, heißt es in einer Stellungnahme der GdP, die für die Expertenanhörung zum Thema Wohnungseinbrüche bestimmt ist. Sie findet am kommenden Dienstag auf Antrag der CDU im Innenausschuss des Landtags statt. Nach Ansicht der Union hat Jägers Kampagne zur Bekämpfung der Einbrüche ("Riegel vor") bislang "keine messbaren Erfolge" erzielt.

Die Zahl der Wohnungseinbrüche in NRW ist von 41 115 Fällen im Jahr 2009 auf 54 935 (2013) gestiegen. Laut Plickert konnte im vergangenen Jahr bis Ende November erstmals seit langem ein Rückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum um drei Prozent oder 1500 Einbrüche festgestellt werden; die Aufklärungsquote lag bei etwa 16 Prozent. Das bedeutet: Nur jeder sechste Einbruch wird aufgeklärt. Die Union fordert, den Anteil der Kriminalpolizei am Gesamtpersonalbestand der Polizei durch Personalumschichtung zu erhöhen.

(RP)
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