Düsseldorf: Wittke möchte in den Landtag

Düsseldorf : Wittke möchte in den Landtag

Am Tag nach der Landtagsauflösung haben die Parteien gestern die ersten Personalentscheidungen getroffen. Bei der NRW-CDU werden Landeschef Norbert Röttgen, der Fraktionsvorsitzende Karl-Josef Laumann und Generalsekretär Oliver Wittke die Landesreserveliste anführen. "Ich kämpfe natürlich darum, meinen Wahlkreis in Gelsenkirchen direkt zu gewinnen", sagte Wittke. Auch Landtagspräsident Eckhard Uhlenberg (Soest) soll einen der vorderen Listenplätze erhalten.

Bei der CDU leitet die Neuwahl auch einen Generationswechsel ein. Altgediente Abgeordnete wie Manfred Palmen (Kleve), Christian Weisbrich (Nettetal), Bernhard Recker (Warendorf) und Hubert Kleff (Hochsauerlandkreis) werden nicht mehr antreten. Die Rückkehr der früheren Landtagspräsidentin Regina van Dinther gilt als unwahrscheinlich.

Bei den Liberalen will FDP-Generalsekretär Joachim Stamp einen vorderen Listenplatz einnehmen. Das bestätigte der Politiker aus Bonn auf Anfrage. Stamp will das Mandat des ausscheidenden Horst Engel übernehmen, der wie der Generalsekretär aus dem Bezirksverband Köln stammt.

Bei den Sozialdemokraten scheidet der frühere Staatsminister Wolfram Kuschke (Unna) aus. "Ich werde aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr kandidieren", sagte Kuschke, Chef der Staatskanzlei unter Peer Steinbrück, unserer Zeitung. Auch der Abgeordnete Sören Link gibt seinen Wahlkreis im Duisburger Norden ab. "Ich möchte Oberbürgermeister von Duisburg werden", erklärte Link. "Das Amt schließt ein Landtagsmandat aus." Der ehemalige Innenminister Fritz Behrens (Jüchen) plant ebenfalls seinen Rückzug. "Es ist ein bisschen Wehmut dabei, aber auch viel Stolz und Genugtuung", sagt er.

Bei den Grünen sollen nach bisheriger Planung alle Abgeordneten erneut für einen Listenplatz kandidieren. Überraschende Kampfkandidaturen sind bei der Partei jedoch jederzeit möglich. Fraktionschef Reiner Priggen geht davon aus, dass die künftige Fraktion größer sein wird als die bisherige. Sven Lehmann, der Landeschef der Grünen aus Köln, strebt für die kommende Legislaturperiode noch kein Landtagsmandat an.

Bei der Linkspartei ist die Zukunft der meisten Abgeordneten ungewiss. Fest steht, dass der von den Grünen übergetretene Finanzexperte Rüdiger Sagel (Münster) nicht mehr antritt. Sagel hatte ohnehin geplant, sein Mandat nach Abschluss der Haushaltsberatungen zur Verfügung zu stellen. Beim Landesparteirat der Linken, der am Wochenende in Düsseldorf stattfindet, wird sich klären, ob Parteichefin Katharina Schwabedissen als Spitzenkandidatin zur Verfügung steht. Sie würde dann die bisherige Fraktionschefin Bärbel Beuermann (Herne) von Listenplatz eins verdrängen.

(RP)
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