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Verkehrsverbund Rhein-Ruhr kritisiert Zustand der Bahnhöfe 

Graffiti und Vandalismus : Verkehrsverbund kritisiert Zustand der Bahnhöfe

Der VRR macht Druck auf die Deutsche Bahn. Mit seinem Stationsbericht macht der Verbund auf Mängel an den Bahnhöfen aufmerksam. Die Bahn verspricht Besserung.

Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) hat zum 13. Mal die Qualität der Bahnhöfe und Haltestellen in seinem Einzugsgebiet getestet. Diese habe sich im Vergleich zum Vorjahr noch einmal verschlechtert, teilte der VRR mit. Die Zahl der Stationen, die als „nicht akzeptabel“ beurteilt wurden, stieg um zwölf auf 73. „Wir sehen an den SPNV-Stationen im Verbundgebiet nach wie vor deutlichen Handlungsbedarf“, sagte VRR-Vorstandschef Ronald Lünser. „Da es zwischen dem VRR und den Infrastrukturbetreibern keine vertraglichen Beziehungen gibt, können wir hierauf leider nicht direkt hinwirken.“

Kritik übten die Tester wie im Vorjahr an Graffiti in den Zugangsbereichen und an den Bahnsteigen. „Diese tragen nach Ansicht der Fahrgäste erheblich zum negativen Eindruck einer Station bei“, teilte der VRR mit. Ein Bahnsprecher verwies auf die positiven Erfahrungen, die es mit professionellen Graffiti als Prävention gegeben habe: „Unter Sprayern gilt, dass in Auftrag gegebene Graffitis hoch anzusehen sind und nicht beschmiert werden dürfen. Dies verbietet der Ehrenkodex.“ Der Sprecher erklärte, die Kosten für die Beseitigung von Vandalismus und Graffiti seien 2019 um knapp 27 Prozent auf 3,6 Millionen Euro in die Höhe geschnellt. Vandalismus mache den größeren Teil aus. „Grundsätzlich lässt sich sagen, dass Fälle vor allem nach Großveranstaltungen auftreten. Die Vermutung liegt nahe, dass Enthemmung durch Alkohol dabei eine Rolle spielt.“

Positives meldeten die Tester in Sachen Sauberkeit zurück. Das hat sich die Bahn jedoch auch einiges kosten lassen. Für die laufende Basisreinigungen von Bahnhöfen wie Köln oder Düsseldorf würden im Jahr zwei Millionen Euro veranschlagt. Durch Sondereinsätze von Reinigungskräften betragen der Mehraufwand NRW-weit zusätzlich 500.000 Euro.

Die Funktion der Ausstattung wurde ebenfalls ähnlich gut wie im Jahr 2018 bewertet. Negativ wirkte sich hingegen aus, dass weiterhin einige Lampen sowohl in den Zugangsbereichen als auch auf den Bahnsteigen defekt sind. Zudem seien auf einigen Bahnsteigen keine transparenten Wetterschutzeinrichtungen vorhanden. „Sobald eine Station modernisiert wird, gehört ein Wetterschutz als Standard dazu“, so der Bahnsprecher. 2019 seien 49 Haltepunkte modernisiert worden, in diesem Jahr würden 376 angegangen.

Der Bahnhofschef von NRW, Stephan Boleslawsky, sagte: „Die Resultate sind für uns ein Ansporn, die Bahnhöfe mit einer schlechten Bewertung noch einmal stärker unter die Lupe zu nehmen.“