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Winter NRW: Verkehrsprobleme durch Schnee - Corona-Impfzentren öffnen heute

Wintereinbruch in NRW : Schnee trifft Pendler auch am Montag – Corona-Impfzentren sollen trotzdem öffnen

Am Wochenende hatten Schnee und Eis Nordrhein-Westfalen im Griff, auch am Montag bekommen Pendler das noch zu spüren. Bis zum Mittag gelten Warnungen für Teile des Landes. Das könnte auch Auswirkungen auf den geplanten Start der Corona-Impfzentren haben.

Die Schneemassen vom Wochenende werden in den nördlichen Landesteilen Nordrhein-Westfalens auch an diesem Montag für erhebliche Verkehrsbehinderungen sorgen. Polizeibehörden rieten Autofahrern, deutlich mehr Zeit für die Fahrt zur Arbeit einzuplanen. Im öffentlichen Nahverkehr wollten die Verkehrsbetriebe ihren am Sonntag eingestellten Betrieb am Montagmorgen wieder aufnehmen und hofften auf bis dahin freigeräumte Straßen.

Am Morgen lagen die Temperaturen an vielen Orten des Landes deutlich unter null Grad, im nördlichen Teil Nordrhein-Westfalens galten zudem weiter Warnungen des Deutschen-Wetterdienstes (DWD) vor Schneeverwehungen, etwa auch für Düsseldorf, den Kreis Kleve und den Kreis Wesel. Die Warnungen waren zunächst bis 12 Uhr angesetzt. Die aktuelle Karte des DWD finden Sie hier. In den kommenden Tagen soll es in NRW sehr kalt werden und erneut schneien. Einen Ausblick auf das Wetter sehen Sie hier.

Weiter Verzögerungen bei der Deutschen Bahn

Die Deutsche Bahn rechnet ebenfalls weiter mit Verspätungen und Zugausfällen und rät Reisenden, die ihre Fahrt nicht verschieben können, sich eine Stunde vor Abfahrt über die geplante Fahrt zu informieren. Im Fernverkehr sei besonders der Knotenpunkt Dortmund betroffen, wie die Deutsche Bahn am Montagmorgen mitteilte. Es werde mit Verzögerungen bis zum Vormittag gerechnet. Auch der Nahverkehr bleibt in weiten Teilen Westfalens vorerst bis 9 Uhr eingestellt. Folgende Linien fallen demnach aus: RE2, RE17, RE18, RE42 sowie zahlreiche Regionalbahn- und S-Bahn-Linien. Darüber informiert die Bahn unter anderem via Twitter. Am Sonntag hatte der Bahnverkehr in Westfalen und im Ruhrgebiet wetterbedingt fast völlig eingestellt werden müssen.

Busverkehr steht teilweise wieder still

Der öffentliche Nahverkehr ist vielerorts weiter empfindlich gestört. Betroffen sind vor allem Westfalen und das Ruhrgebiet. „Unsere Busse bleiben im Depot“, teilten etwa die Dortmunder Stadtwerke am Montagmorgen über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Die Stadtbahnlinien sollten aber zumindest auf Teilstrecken fahren. Am Niederrhein mussten Verkehrsbetriebe den Neustart des Busverkehrs verschieben. Die Unternehmen hatten gehofft, ab 6.45 Uhr am Montagmorgen nach und nach wieder fahren zu können. Daraus wurde nichts.  Einen Überblick über die Lage im ÖPNV in der Region finden Sie hier.

Probleme im Berufsverkehr

Schnee, Eis, Glätte und immer mehr Stillstand auf den Straßen meldet die Polizei in Dortmund. Sie rät den Menschen, wann immer es möglich ist, zu Hause zu bleiben.  Das gilt auch für den Kreis Soest: Durch Schneeverwehungen seien viele Straßen unpassierbar, berichtet die Polizei. Autos und Lastwagen haben sich festgefahren. Die Räumdienste kämen jedoch teilweise durch Staus auf den Landstraße nicht voran.

Am frühen Montagmorgen verlief  der Start in den Berufsverkehr in weiten Teilen des Landes noch ruhig. „Es gab kaum Unfälle, alle waren sehr diszipliniert“, sagte ein Sprecher der Polizei Münster. Die Autobahnen im Bezirk seien nach dem Schneechaos vom Wochenende weitgehend befahrbar. Es sei auf den meisten Strecken zumindest ein Fahrstreifen frei.

Die Polizei in Bielefeld sprach von einem ruhigen Start in den Tag. „Aber es fängt wieder an, weil es nun wieder schneit und die Leute sich bald vermehrt auf den Weg zur Arbeit machen“, so ein Sprecher.

Auf den Autobahnen in Westfalen gilt noch bis Montagmittag um 12 Uhr ein Fahrverbot für Lastwagen über 7,5 Tonnen. Grund dafür sind laut Autobahn Westfalen der anhaltende Schneefall sowie vereiste Fahrbahnen. Die Polizei Bielefeld berichtete von überfüllten Parkplätzen für Lastwagenfahrer an den Autobahnen.

Flugbetrieb eingestellt

Weil die Start- und Landebahn vereist ist, hat der Flughafen Dortmund den Flugbetrieb vorübergehend eingestellt. Voraussichtlich bis 13 Uhr könnten keine Maschinen starten und landen, teilte der Flughafen am Montag mit. Maschinen mit Ziel Dortmund würden nach Köln/Bonn umgeleitet, sagte eine Sprecherin. Dort, wie auch am größten Flughafen in Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf, lief der Flugbetrieb am Montagvormittag ohne Beeinträchtigungen. Wie es in Dortmund weitergeht, war nach Angaben der Sprecherin zunächst nicht abzusehen.

Heftiger Schneefall in Verbindung mit starkem Wind hatte am Sonntag vor allem im Münsterland und Ostwestfalen für teilweise chaotische Straßenverhältnisse gesorgt. Die Stadt Detmold berichtete von bis zu zwei Meter hohen Schneeverwehungen. Auf den Autobahnen gab es massive Behinderungen durch liegengebliebene Lastwagen, auf den Straßen wurden Hunderte Unfälle gezählt – die meisten gingen zum Glück glimpflich aus. In Wuppertal mussten Einsatzkräfte sechs Menschen aus einer Schwebebahn befreien. Die Fahrgäste wurden mit Drehleitern aus luftiger Höhe befreit. Eine Zusammenfassung der Ereignisse vom Sonntag lesen Sie hier.

Polizei musste zu 720 Einsätzen

Der Polizei in NRW hat das Wetter innerhalb von 24 Stunden  insgesamt 720 Einsätze beschert. Das berichtete ein Sprecher der Landesleitstelle der Polizei am Montagmorgen. Von Sonntagmorgen sechs Uhr bis Montagmorgen um sechs Uhr seien die Beamten zu 507 witterungsbedingten Unfällen gerufen worden. Bei den Unfällen habe es einen Toten und 37 leicht verletzte Personen gegeben. In Duisburg war am Sonntag ein Wagen von der Straße abgekommen und in einem Bach gelandet. Dabei starb der Fahrer. Die Polizei schätzt den Gesamtschaden bei den Unfällen auf 1,7 Millionen Euro. Die Polizei habe zwar eine erhöhte Zahl von Einsätzen gehabt, sagte der Sprecher. „Für das, was vorher angekündigt war, ist es aber noch im Rahmen geblieben.“

Impfzentren in NRW starten wie geplant

Die schwierigen Verkehrsbedingungen könnten auch Auswirkungen auf den Start der landesweit 53 Corona-Impfzentren haben, in denen am Montag erstmals Menschen ab 80 Jahren geimpft werden sollen, die zu Hause leben. Sie öffnen um 14 Uhr. Das NRW-Gesundheitsministerium hatte am Sonntagabend betont, dass wegen des Wintereinbruchs kein Impftermin verloren geht. Die Impfzentren in Nordrhein-Westfalen würden wie geplant am Montag öffnen. Impftermine sollten nach Möglichkeit eingehalten werden.

Wer sich wetterbedingt nicht in der Lage sieht, den Termin wahrzunehmen, kann auch am Dienstag kommen – zur gleichen Uhrzeit wie zum ursprünglichen Termin am Montag und ausdrücklich ohne vorherige telefonische Anmeldung.

Der Kreis Steinfurt bietet allen Bürgern einen Abholservice an. Wer diesen Service in Anspruch nehmen möchte, soll am Montag ab 9 Uhr eine Hotline anrufen. Große Unternehmen aus der Region würden diesen Abholservice möglich machen, teilte der Kreis mit.

Die Uniklinik Münster behandelt am Montag nur Notfälle. Patienten, die am Montag für einen stationären Eingriff oder eine ambulante Behandlung kommen wollten, werden gebeten, zuhause zu bleiben. „Sie werden in den kommenden Tagen zur Vereinbarung eines neuen Termins kontaktiert“, teilte die Klinik mit. Das Klinikum gab als Grund an, dass viele Mitarbeiter im Umland wohnen und nur eingeschränkt zur Arbeit kommen können.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Wintereinbruch mit Eisregen und Schnee in NRW

(hebu/top/dpa)