Bahnstreik Welche Bahnen in NRW ausfallen und welche fahren

Update | Düsseldorf · Seit Mittwochmorgen streiken wieder die Lokführer in Deutschland. Der Arbeitskampf durchkreuzt zahlreiche Reisepläne. Hinzu kommt stürmisches Wetter. Wir haben eine Übersicht, welche Züge fahren und welche ausfallen.

Verspätung wegen Bahnstreik: Das sind Ihre Rechte
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Verspätung wegen Bahnstreik – das sind Ihre Rechte

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Foto: dpa, rwe htf

Der bundesweite Streik auf der Schiene zwingt auch viele Pendler im NRW-Nahverkehr zum Umplanen. Von Mittwochmorgen bis Montag um 18 Uhr sollen die meisten Züge nicht mehr fahren. Auf mehreren Linien will die Bahn versuchen, mit einem Notfahrplan zumindest einige Reisende an ihr Ziel zu bringen. Auch Beschäftigte des Bahnunternehmens Transdev, zu dem die Rhein-Ruhr-Bahn und die Nord-West-Bahn gehören, sind zum Arbeitskampf aufgerufen.

Nicht betroffen von dem Streik der Gewerkschaft GDL sind andere Bahnunternehmen wie National Express oder Eurobahn. Auch dort könnte es aber zu Problemen kommen, wenn etwa in Stellwerken der DB Netz nicht gearbeitet werde.

Alles in allem gab es laut zuginfo.nrw keine streikbedingten Einschränkungen im Betrieb von 42 Regionalbahnen und S-Bahnen in NRW. Allerdings führte das stürmische Wetter mancherorts dazu, dass Pendler am Morgen zunächst vergeblich auf ihren Zug warteten: Bei Gronau in Westfalen fiel ein Baum auf eine Bahnstrecke. Die Aufräumarbeiten dauerten aber nicht lang.

Bei Westbevern, einem Ortsteil von Telgte im Münsterland, beeinträchtigte ein umgestürzter Baum ebenfalls den Zugverkehr, diesmal war es der RE2. Der Zugverkehr auf der Strecke wurde vorübergehend eingestellt.

Die von dem Streik nicht direkt betroffenen Bahn-Konkurrenten wiesen darauf hin, dass einzelne Züge ausfallen könnten, wenn etwa Stellwerke bestreikt würden. Der Sprecher der Deutschen Bahn sagte, dass es möglicherweise punktuelle Arbeitsniederlegungen in Stellwerken gebe. Diesbezüglich gebe es bisher aber keine größeren Auswirkungen. Löcher im Verbindungsangebot gab es auch im Fernverkehr: Wie bei den vorigen Streiks fielen bundesweit ungefähr 80 Prozent der Fernzüge aus.

Die Deutsche Bahn bittet Reisende, sich vor Fahrtantritt über ihre Internetseite oder die App DB-Navigator über ihre Fahrt zu informieren. Zudem hat die Bahn die Info-Rufnummer 08000 99 66 33 eingerichtet. Für gebuchte Fahrten während des Streikzeitraums ist die Zugbindung aufgehoben. Kundinnen und Kunden können ihre Reisen auf einen späteren Zeitpunkt verschieben.

Der Notfahrplan der Deutschen Bahn gilt wegen des Warnstreiks der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) von Mittwoch bis Montag. Betroffen sind sowohl Regionalzüge als auch S-Bahnen. „Der Notfahrplan bietet nur ein sehr begrenztes Angebot“, sagte eine Sprecherin der Bahn in Düsseldorf. Fahrgäste bat sie, „auf nicht unbedingt notwendige Reisen mit der DB zu verzichten oder die Reise zu verschieben“.

Für NRW sei davon auszugehen, dass der Notfahrplan wie zuletzt beim Streik Anfang Januar „stabil gefahren werden kann“, sagte eine Bahnsprecherin.

Teilweise setzt die Bahn Ersatzbusse ein. In der Fahrplanauskunft auf bahn.de und im DB Navigator könne der Notfahrplan für den nordrhein-westfälischen Nahverkehr bald abgerufen werden, sagte die Sprecherin.

Andere Bahnunternehmen wie National Express und Eurobahn kündigten an, dass ihre Züge planmäßig fahren sollen. Reisende sollten sich vor der Fahrt über die Lage informieren, etwa über die unternehmensübergreifende Internetseite: zuginfo.nrw.

Verlässlich sei das Angebot während des GDL-Ausstandes aber nicht, so eine Sprecherin der Eurobahn. Die Gewerkschaft der Lokführer (GDL) habe auch Beschäftigte aus den Bereichen der Infrastruktur zum Streik aufgerufen. „Sollten beispielsweise in den Stellwerken Kollegen fehlen, kann das auch den Betrieb anderer Unternehmen beeinflussen“, so die Eurobahn-Sprecherin. Das beträfe dann die anderen in NRW aktiven Bahnunternehmen gleichermaßen.

Die GDL will mit dem Arbeitskampf die Deutsche Bahn dazu bewegen, über eine Senkung der Wochenarbeitszeit für Schichtarbeiter zu verhandeln. Die Gewerkschaft fordert für diese Beschäftigten eine Wochenarbeitszeit von 35 statt bisher 38 Stunden bei vollem Lohnausgleich. Die Bahn hält diese Forderung für unerfüllbar.

Seit Monaten fallen in Nordrhein-Westfalen schon zahlreiche Züge aus, weil Lokführer fehlen und die Bahnunternehmen nicht genügend Bewerber finden. Bei einer Verkürzung der Wochenarbeitszeit brauche man zusätzlich einige hundert Lokführerinnen und Lokführern, sagte eine Sprecherin des Landesprogramms Fokus Bahn NRW.

Zusätzlich zum GDL-Streik, kommt am Mittwoch noch stürmisches Wetter hinzu, das den Bahnverkehr beeinträchtigen kann.

Welche Linien laut zuginfo.nrw trotz Streik fahren und wo Ausfälle drohen, erfahren Sie hier.

Diese Züge sollen in NRW regulär fahren

  • RE 1 (RRX) zwischen Aachen und Hamm (Westf)
  • RE 3 zwischen Hamm (Westf) und Düsseldorf
  • RE 4 zwischen Aachen und Dortmund
  • RE 5 (RRX) zwischen Wesel und Koblenz Hbf
  • RE 6 (RRX) zwischen Köln/Bonn Flughafen und Minden (Westf)
  • RE 7 zwischen Krefeld und Rheine
  • RE 10 zwischen Düsseldorf und Kleve - Einschränkungen wegen des Sturmes.
  • RE 11 (RRX) zwischen Hamm (Westf) und Kassel-Wilhelmshöhe
  • RE 13 zwischen Hamm (Westf) Hbf und Venlo
  • RE 14 zwischen Essen und Borken
  • RE 16 zwischen Iserlohn und Essen Hbf - Jeweils mit nur einem Zugteil.
  • RE 19 zwischen Düsseldorf und Arnhem Central
  • RE 42 zwischen Münster (Westf.) und Mönchengladbach - Bitte beachten Sie die Baumaßnahme (ab dem 26.01.) und den damit verbundenen Ersatzverkehr zwischen Duisburg und Krefeld.
  • RE 44 zwischen Bottrop und Moers
  • RE 70 zwischen Bielefeld und Braunschweig
  • RE 78 zwischen Bielefeld und Nienburg
  • RE 82 zwischen Bielefeld und Altenbeken
  • RB 21 zwischen Nord Linnich und Jülich-Düren
  • RB 21 zwischen Süd Düren und Heimbach
  • RB 28 zwischen Düren und Euskirchen
  • RB 31 zwischen Duisburg und Xanten
  • RB 34 zwischen Dalheim und Mönchengladbach
  • RB 35 zwischen Gelsenkirchen und Mönchengladbach
  • RB 36 zwischen Duisburg-Ruhrort und Oberhausen
  • RB 48 zwischen Wuppertal-Oberbarmen und Bonn-Mehlem
  • RB 50 zwischen Dortmund und Münster (Westf)
  • RB 59 zwischen Dortmund und Soest - Aktuell Verspätungen und Teilausfälle.
  • RB 61 zwischen Hengelo und Bielefeld Hbf
  • RB 65 zwischen Münster (Westf) und Rheine
  • RB 66 zwischen Münster (Westf) und Osnabrück
  • RB 67 zwischen Bielefeld und Münster (Westf)
  • RB 69 zwischen Bielefeld und Münster (Westf)
  • RB 71 zwischen Bielefeld und Rahden
  • RB 72 zwischen Herford und Paderborn
  • RB 73 zwischen Bielefeld und Lemgo-Lüttfeld
  • RB 89 zwischen Münster (Westf) und Paderborn
  • RB 91 zwischen Hagen und Siegen
  • S 7 zwischen Wuppertal und Solingen
  • S 28 zwischen Wuppertal und Kaarster See

Auf diesen Linien kann der Streik trotzdem Auswirkungen haben. Darauf weist die Bahn hin.

Diese Züge sollen ausfallen

  • RE 8 zwischen Mönchengladbach und Koblenz
  • RE 9 zwischen Aachen und Siegen - zwischen Siegen und Köln fahren ersatzweise Expressbusse ohne Zwischenhalt im Stundentakt.
  • RE 12 zwischen Euskirchen und Köln
  • RE 22 zwischen Kall und Köln
  • RE 41 zwischen Bochum und Haltern am See
  • RE 42 zwischen Münster und Recklinghausen-Süd - die Züge zwischen Münster und Mönchengladbach verkehren im Stundentakt.
  • RE 49 zwischen Wuppertal und Wesel
  • RE 57 zwischen Winterberg/Brilon und Dortmund
  • RB 20 zwischen Stolberg (Rheinl) und Düren - Die Züge verkehren im 60-Minuten-Takt zwischen Alsorf-Annapark und Aachen-Stolberg
  • RB 22 zwischen Gerolstein und Trier - Ausnahme: die Schülerzüge 10053, 10058, 10065 und 10070 fahren.
  • RB 32 zwischen Dortmund und Duisburg - Die Züge fallen aus
  • RB 38 zwischen Bedburg und Köln (Ersatzverkehr mit Bussen zwischen Bedburg und Horrem)
  • RB 40 zwischen Essen Hbf und Hagen Hbf (Schienenersatzverkehr zwischen Bochum Hbf und Witten Hbf)
  • RB43 zwischen Dortmund Hbf und Dorsten (Ersatzverkehr mit Bussen zwischen Wanne-Eickel Hbf und Gladbeck West)
  • RB 52 zwischen Dortmund Hbf und Lüdenscheid (Ersatzverkehr mit Bussen zwischen Dortmund und Hagen und zwischen Hagen/Rummenohl und Lüdenscheid)
  • RB 54 zwischen Unna und Neuenrade (Schienenersatzverkehr zwischen Unna und Fröndenberg und zwischen Fröndenberg und Neuenrade)
  • S 2 zwischen Dortmund und Essen/Recklinghausen
  • S 4 zwischen Unna und Dortmund-Lütgendortmund
  • S 5 zwischen Dortmund und Hagen
  • S 11 zwischen Bergisch Gladbach und Düsseldorf Flughafen
  • S 12 zwischen Horrem/Köln-Ehrenfeld und Hennef (Sieg)
  • S 68 zwischen Wuppertal und Langenfeld

Bei diesen Linien kommt es zu Einschränkungen

  • RE 2 Züge fahren nur zwischen Münster Hbf und Essen Hbf - Zugverkehr vorübergehend eingestellt. Dauer unbekannt.
  • RB 20 Züge fahren im 60-Minuten-Takt zwischen Alsorf-Annapark, Aachen und Stolberg
  • RB 24 zwischen Köln und Euskirchen/Kall: Die Züge fahren im 60-Minuten-Takt bis 21 Uhr
  • RB 25 zwischen Köln und Lüdenscheid - Die Züge verkehren im 120-Minuten-Takt
  • RB 27 zwischen Mönchengladbach und Koblenz: Züge fahren im 120-Minuten-Takt bis 20 Uhr
  • RB 30 / RB 39 Züge fahren im 120-Minuten-Takt zwischen Remagen und Walporzheim
  • RB 33 Züge fahren im 120-Minuten-Takt zwischen Aachen und Mönchengladbach bis 20 Uhr. Zwischen Heinsberg und Lindern fahren Ersatzbusse im 60-Minuten-Takt
  • RB 51 zwischen Dortmund und Enschede: Züge fahren im 120-Minuten-Takt
  • RB 63 Münster (Westf) Hbf - Coesfeld (Westf) - Die Züge verkehren im 60-Minuten-Takt.)
  • RB 64 zwischen Münster (Westf) und Enschede - Die Züge verkehren im 60-Minuten Takt
  • S 1 zwischen Dortmund und Solingen
  • S 3 zwischen Hattingen und Oberhausen - Die Züge verkehren im 60-Minuten-Takt
  • S 6 zwischen Essen und Köln - Die Züge verkehren im 60-Minuten-Takt zwischen Düsseldorf-Rath Mitte und Köln-Hansaring
  • S 8 zwischen Hagen und Mönchengladbach - Die Züge verkehren im 60-Minuten-Takt
  • S 19 zwischen Düren und Au (Sieg) - Die Züge verkehren bis 20 Uhr im 60-Minuten-Takt
  • S 23/RB 23 zwischen Bonn und Euskirchen - Die Züge verkehren bis 20 Uhr im 60-Minuten-Takt

Die GDL will mit dem Arbeitskampf die Deutsche Bahn dazu bewegen, über eine Senkung der Wochenarbeitszeit für Schichtarbeiter zu verhandeln. Die Gewerkschaft fordert für diese Beschäftigten eine Wochenarbeitszeit von 35 statt bisher 38 Stunden bei vollem Lohnausgleich. Die Bahn hält diese Forderung für unerfüllbar. Sie ist lediglich bereit, mit der Gewerkschaft über die Ausweitung bereits bestehender Arbeitszeit-Wahlmodelle zu reden.

Gewerkschaftschef Claus Weselsky lehnt das ab und verweist auf schon vereinbarte Abschlüsse mit den kleineren Eisenbahnunternehmen Netinera und Go Ahead. Dort hatte die GDL in den vergangenen Wochen die geforderte Arbeitszeitreduzierung durchgesetzt. Nach diesem Muster sollen nun auch die noch ausstehenden Abschlüsse gestaltet werden.

Im aktuellen Tarifstreit hat die GDL bereits zwei Mal zu Warnstreiks aufgerufen, die im Personenverkehr aber maximal 24 Stunden dauerten. Im Dezember hat die Gewerkschaft ihre Mitglieder per Urabstimmung über unbefristete Streiks abstimmen lassen. Rund 97 Prozent der Teilnehmer sprachen sich dafür aus. Seither sind längere Streiks möglich.

Die Angaben sind ohne Recht auf Vollständigkeit und können zwischenzeitlich aktualisiert werden. Die Informationen stammen aus dem Portal „Zuginfo.nrw“.

(esch/dtm/kag/ldi/dpa)
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