Hilden: Tuberkulose: Test für 930 Kinder

Hilden: Tuberkulose: Test für 930 Kinder

930 Kinder und Jugendliche aus Hilden und umliegenden Städten müssen in den nächsten Wochen zu einer verpflichtenden Reihenuntersuchung. Ärzte des Gesundheitsamtes untersuchen, ob sich die Kinder mit der gefährlichen Infektionskrankheit Tuberkulose (TBC) angesteckt haben. Das Amt hat 700 Familien mit insgesamt 930 Kindern angeschrieben, mit Ergebnissen wird im Oktober gerechnet.

Grund ist ein Fall von "offener", also ansteckender Tuberkulose in einer Hildener Kinderarztpraxis. Eine Mitarbeiterin des Praxisteams war an TBC erkrankt, das Amt wurde darüber Ende Juli informiert. "Ein Gutachten wurde erstellt", sagt Kreis-Gesundheitsdezernentin Ulrike Haase, "wonach es sein kann, dass für Menschen, die im letzten Quartal 2011 die Praxis besucht haben, eine Ansteckungsgefahr besteht." In dem Zeitraum habe die Frau in der Praxis gearbeitet.

Die Infektionskrankheit TBC befällt zumeist die Lunge, ihr Verlauf ist schleichend. Die Bakterien, die TBC verursachen, vermehren sich nur sehr langsam, so dass Infizierte oft erst nach Monaten erste Krankheitssymptome bemerken. Ohne Behandlung kann es weitere Monate dauern, bis die Bakterien freigesetzt werden – damit kann die Krankheit auf andere übertragen werden. Ähnlich war es auch bei dem Hildener Fall: Laut Dezernentin Haase ist nicht mehr nachzuvollziehen, wo und wann sich die Praxis-Mitarbeiterin angesteckt hat. In ihrem direkten Umfeld und ihrer Familie wurde nach Tests bisher kein weiterer Kranker entdeckt, die Frau selbst wird behandelt.

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Gefahr für die Bevölkerung bestehe derzeit nicht, man wolle mit den Untersuchungen vorbeugen – pflichtgemäß nach dem deutschen Infektionsschutzgesetz.

(RP)
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