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Düsseldorf: Trinkwasser an Ruhr verunreinigt

Düsseldorf : Trinkwasser an Ruhr verunreinigt

Tester fanden im Leitungswasser vieler Städte Rückstände von Antibiotika.

Das Leitungswasser in NRW gehört offenbar zu den schlechtesten in Deutschland. Der Zeitschrift "Ökotest" zufolge finden sich im Trinkwasser der Städte Duisburg, Essen, Dortmund, Bochum, Münster und Bonn Rückstände von Medikamenten (vor allem Antibiotika) und Gadolinium, einem Kontrastmittel aus der Magnetresonanztomografie.

Das Verbrauchermagazin hatte in 69 deutschen Städten Trinkwasserproben genommen. Demnach ist in NRW nur das Wasser in Aachen besonders sauber. Hauptverantwortlich für die Verunreinigungen sind dem Test zufolge Privathaushalte, in denen Medikamente durch die Toilette oder den Ausguss entsorgt werden und so in den Wasserkreislauf gelangen. Eine Gefahr für die menschliche Gesundheit sei von den nachgewiesenen Stoffen aber nicht zu erwarten, heißt es im Testbericht. Anders sehe das schon für die Umwelt aus. "So können Antibiotika die Ausbildung von Resistenzen bei Tieren und Pflanzen fördern, die auf den Menschen zurückwirken können", heißt es in der Studie. Seit Jahren werden Arzneimittelrückstände immer wieder im Trinkwasser entdeckt. Dennoch sind regelmäßige Analysen nicht gesetzlich vorgeschrieben.

Besonders durchsetzt von Antibiotika ist das Wasser im Ruhrgebiet. Das liegt daran, dass in dieser Region das Trinkwasser mangels ausreichendem Grundwasser meistens aus oberflächennahen Brunnen in direkter Nähe von Flüssen oder Seen gewonnen wird. Bei dieser Methode der Trinkwassergewinnung können die Rückstände kaum rausgefiltert werden. Die höchsten gefundenen Mengen von 34 bis 40 Nanogramm Gadolinium pro Liter (ng/l) wurde in Mülheim, Oberhausen und Bochum nachgewiesen. Giftig für den Menschen wäre allerdings erst eine Dosierung von mindestens 100 ng/l.

(csh)