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Gutachten: "Tausendfüßler ist nicht denkmalwürdig"

Gutachten : "Tausendfüßler ist nicht denkmalwürdig"

Die Stadtverwaltung hat fachliche Unterstützung für den Abriss des Tausendfüßlers bekommen. Ein Gutachten, das ein Hamburger Sachverständiger für die Beurteilung der Denkmalwürdigkeit von Gebäuden im Auftrag der Stadt erstellt hat, kommt zu dem Schluss, dass die Autohochstraße von der Denkmalliste gestrichen werden muss, weil sie keinen exemplarischen Charakter für Brückenbau oder Stadtgestaltung besitze.

Der Hintergrund für den Auftrag: Der Tausendfüßler passt nicht zu den Plänen der Stadt, die Innenstadt im Zuge des Kö-Bogens neu zu gestalten. Sie hat daher den Abriss beantragt, weil der Kö-Bogen für die Entwicklung der Stadt wichtiger und schwerwiegender sei als der Erhalt der Autohochstraße. Allerdings ist deren Abriss nicht ohne weiteres möglich, weil sie unter Denkmalschutz steht. Der Landeskonservator als Fachbehörde des Landes hat sich in ersten Stellungnahmen für den Erhalt des Denkmals Tausendfüßler ausgesprochen, weil er ein ästhetisches hochrangiges Bauwerk seiner Zeit sei und im Ensemble mit Dreischeibenhaus und Schauspielhaus das Stadtbild präge.

Beharren sowohl die Stadt als auch der Landeskonservator auf ihren gegensätzlichen Standpunkten, wird der Minister für Städtebau eine Entscheidung fällen müssen. Die Stadtverwaltung kann bei diesem Abwägungsprozess mit dem neuen Gutachten Argumente gegen die Auffassung des Landeskonservators ins Feld führen.

Denn nach Meinung des Gutachters kommt dem Tausendfüßler kein exemplarischer Charakter für das Werk des Planers Friedrich Tamms zu. Er sei auch nicht die erste Autohochstraße, zudem sei die Ingenieurtechnik für die Brücke nicht neu gewesen.

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Der Gutachter sieht den Tausendfüßler auch nicht als Teil eines Ensembles. Seiner Meinung nach stört er sogar das Bild von Schauspielhaus, Dreischeibenhaus und Johanneskirche.

Nicht zuletzt müsse die Hochstraße saniert werden und verliere dadurch sein heutiges elegantes Erscheinungsbild.

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(RP)