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Streit um die Kultur wird schärfer

Streit um die Kultur wird schärfer

Weil die Stadt nun auch die Oper von Unternehmensberatern durchleuchten lassen will, übt die Opposition scharfe Kritik. Die Grünen werfen der Stadtspitze vor, anders als angekündigt an der Kultur sparen zu wollen. OB Elbers betont, die Prüfungen dienten dem "Wohle der Kulturinstitute."

Die Opposition übt scharfe Kritik am Plan der Stadtspitze, auch die Oper von externen Gutachtern auf ihre Wirtschaftlichkeit überprüfen zu lassen. Die SPD will vorher wissen, ob die gerade abgeschlossene Untersuchung des Museums Kunstpalast (MKP) überhaupt etwas gebracht hat. Unternehmensberater hatten im Auftrag der Stadt und Sponsor Eon eine Liste von 126 Vorschlägen erarbeitet, mit denen das Museum 2,5 Millionen Euro im Jahr einsparen könnte. "Ich weiß, dass einige der dabei ermittelten Punkte durchaus umstritten sind", meint Cornelia Mohrs (SPD). Erst wenn das geklärt sei, sollte ein Gutachten zur Oper folgen, findet sie.

Die Sozialdemokraten halten darüber hinaus die Sparanstrengungen in der Kultur angesichts anderer Ausgaben der Stadt für unverhältnismäßig. "Während man die zusätzlichen 30 Millionen Euro bei der Wehrhahn-Linie als völlig normal betrachtet oder 880 000 Euro für einen 100-Meter-Umzug des Kö-Bogen-Pavillons verpulvert, soll die Kultur nun als Sparschwein herhalten", meint Mohrs.

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Bereits seit dem Frühjahr wird um die Wirtschaftlichkeit der Museen und Theater gestritten. OB Dirk Elbers und Bürgermeister Friedrich Conzen haben wiederholt angekündigt, dass die Kulturinstitute als Wirtschaftsunternehmen von Experten geprüft werden sollen. Die Opposition lehnt dies nicht prinzipiell ab, fordert aber, dass die Politik stärker eingebunden wird. Die Grünen sind zudem nicht überzeugt, dass es Elbers nur um die Qualitätssicherung in den Häusern geht. Sie werfen ihm vor, anders als angekündigt bei der Kultur sparen zu wollen. Fraktionssprecher Norbert Czerwinski glaubt, dass das Gutachten zum MKP dafür als Alibi benutzt werden soll. "Es soll schlicht Geld rausgeholt werden, um die immer größer werdende Lücke im Haushalt zu schließen, die durch die verfehlte Finanzpolitik der letzten Jahre entstanden ist", meint er. Auch die Grünen wollen erfahren, was die Unternehmensberater im Museum Kunstpalast herausgefunden haben. "Sonst ist eine politische Bewertung quasi unterbunden."

OB Dirk Elbers weist die Vorwürfe der Opposition zurück. "Gespart wird im rot-grün regierten Duisburg, nicht in Düsseldorf", sagt er. Er verteidigt den eingeschlagenen Kurs der Stadtverwaltung. "Abläufe zu optimieren, Strukturen zu schaffen und mehr Synergieffekte zu nutzen – das ist das, was wir zum Wohle der Kulturinstitute gemeinsam angehen." Man wolle die Düsseldorfer Kulturlandschaft mit ihrem hohen künstlerischen Niveau für die Zukunft erhalten. Die Grünen würden mit ihren "dubiosen Vermutungen, die Stadt wolle Geld aus der Kultur abziehen, nur Menschen verunsichern."

Für zusätzliche Aufregung sorgte gestern, dass OB Elbers seine Reaktion auf die Kritik der SPD über den städtischen Pressedienst verschickte. Die SPD sieht in diesem Schreiben eine "parteipolitische Vereinnahmung" des Presseamts und will prüfen, ob das Vorgehen von Elbers rechtmäßig war. Die Leiterin des Presseamts, Natalia Fedossenko, wies die Kritik als unbegründet zurück. Der Pressedienst sei der offizielle Weg, auf dem sich der Oberbürgermeister äußern dürfe. Auch SPD-Mitglieder dürften ihn nutzen für ihre Ämter in der Stadtspitze.

(RP)