Startschuss für Kö-Bogen-Pavillon

Startschuss für Kö-Bogen-Pavillon

Fast eine Million Euro kostet der gläserne, wiederverwendbare Bau, in dem sich ab Ende März Bürger über den Kö-Bogen und die Wehrhahn-Linie informieren können. OB Elbers und Planungsdezernent Bonin bekräftigten gestern, dass die Hochstraße Tausendfüßler 2012 abgerissen werden soll.

Glas und Stahl, drei Gebäudeteile, Aufzug und Klimaanlage, ein zwölf Meter hoher Turm mit Aussichtsplattform, die Fassaden als Präsentationsflächen – für den Pavillon, in dem sich die Bürger in den nächsten zweieinhalb Jahren über die beiden Großprojekte Kö-Bogen und Wehrhahn-Linie informieren können, scheut die Stadtspitze keine Kosten. Knapp eine Million Euro wird der elegante Glasbau kosten, der bis März auf dem Schadowplatz entsteht.

"Dieses Geld ist gut angelegt", betont OB Dirk Elbers. Schließlich gehe es beim Kö-Bogen um das "wichtigste städteplanerische Projekt der kommenden Jahre". Die Bürger, insbesondere jene, die in der Nachbarschaft der Bauarbeiten lebten, "haben ein Recht darauf, umfassend und kontinuierlich informiert zu werden". Elbers und sein Planungsdezernent Gregor Bonin haben das Büro Ueberholz mit dem Bau beauftragt. Die Wuppertaler sind auf temporäre Architektur, vor allem im Messebau, spezialisiert. "Erst vergangene Woche haben wir in Los Angeles vier Preise für innovativen Messebau bekommen", sagt Klaus Pfeffer, Partner im Büro Ueberholz.

Nach 2013 neuer Standort

Der Neubau ersetzt auch den Info-Container für die Wehrhahn-Linie, der derzeit am Nord-Ende der Königsallee steht. In Erdgeschoss und erster Etage des Pavillons, der nach 2013 an anderer Stelle wieder aufgebaut werden kann, wird es Informationen zum Bau der U-Bahn, des Kö-Bogens und der Autotunnel sowie der Gestaltung der Innenstadt nach dem Abriss der Hochstraße Tausendfüßler geben.

Dass der denkmalgeschützte Tausendfüßler fallen wird, daran haben Elbers und Bonin keinen Zweifel. Zwar werde derzeit ein Abriss-Antrag vorbereitet, den die Stadt beim Landeskonservator stellt. Da das Rathaus aber ein "übergeordnetes Interesse" sieht, geht man davon aus, dass es für den Abriss schließlich aus diesem Grund auch grünes Licht geben wird: "Unser Ziel ist, den Tausendfüßler 2012 abzureißen", so Elbers.

Während der Zeitplan für den ersten Teil des Kö-Bogens steht – die beiden Gebäude, die derzeit nach einem Entwurf von Daniel Libeskind auf dem Jan-Wellem-Platz im Bau sind, werden im Herbst 2013 eröffnet –, ist beim zweiten Abschnitt das Ende noch offen. Nach dem Fall der Hochstraße soll auch in diesem Bereich der Autoverkehr durch Tunnel fließen und die Oberfläche neu gestaltet werden. Dabei soll zwischen Dreischeibenhaus und Johanneskirche eine Platanenallee entstehen. Zudem werden auf der Tuchtinsel und am Rand des Gustaf-Gründgens-Platzes weitere Baufelder ausgewiesen. "Es hängt von den Investoren ab, wie schnell es geht", sagt Elbers. "Eine Stadt wie Düsseldorf ist niemals fertig."

Der Informations-Pavillon hingegen wird Ende März fertig. Er soll zu den üblichen Geschäftszeiten geöffnet sein (dann stehen auch Ansprechpartner und Anwohnerberater bereit) und Raum für Ausstellungen sowie Veranstaltungen mit bis zu 80 Personen bieten. In einer 25 Quadratmeter großen Vitrine, die von allen Seiten einsehbar ist, werden Baustoffe, Modelle und historische Fundstücke, die bei den Bauarbeiten entdeckt worden sind, ausgestellt. Über Stoff- und Foliensysteme sollen stets aktuelle Informationen auf die Fassaden projiziert werden. Die drei Gebäudeteile – Turm, Ausstellungshalle und abgerückter Glas-Container – sind in der ersten Etage über Brücken verbunden, im Erdgeschoss sind rund um die Uhr begehbare Durchgänge vorgesehen.

(RP)