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Xanten: Zwischen Baum und Borke

Xanten : Zwischen Baum und Borke

Die Gemeinschaft „Cenacolo“ ist als Nachfolgenutzerin für die Franziskaner im Kloster Mörmter im Gespräch. Am Sonntag ließ sich die Nachbarschaft Mörmter von Pater Konrad über die Perspektiven fürs Kloster unterrichten.

Mörmter Beschlossen ist (noch) gar nichts, wie Pater Dr. Konrad Lindmeier den Vertretern der Nachbarschaft nach der Messe mitteilte. Nur das ist sicher: Pater Konrad ist von seinem südbrasilianischen Orden beauftragt worden, die Geschäfte des Klosters abzuwickeln. Der Professor für Psychologie hat auch bereits Order, sich wieder in den Lehrbetrieb an der Universität in Sao Paulo einzugliedern. Lediglich der konkrete Zeitpunkt steht noch nicht fest. Was unter anderem auch damit zusammenhängt, dass die vertraglichen Bedingungen noch nicht eindeutig abgeklärt sind, zu denen seinerzeit vor Gründung des Klosters die Stifterfamilie das Land für den Klosterkomplex und seinen Außenanlagen bereitgestellt hat.

Danach kann es immer noch möglich werden, dass die komplette Klosteranlage an die Familie des Stifters zurückgegeben werden muss, wenn die klösterliche oder kirchliche Nutzung entfällt. Letzteres soll aus Sicht des Klerus in der Stadt Xanten nicht unerwünscht sein, weil die Betreuung einer weiteren Kirche in der Seelsorgeeinheit die personellen Möglichkeiten überforderte.

Bischof von Münster entscheidet

Das letzte Wort dazu spricht zwar der Bischof von Münster, doch die Familien in den Bauernschaften Mörmter-Ursel-Willich (MUW) wollen dieses Thema nicht denken, wie in der RP während der Adventszeit zu lesen war. Auch Marita Siebers aus der Familie des Stifters wehrte gestern im Gespräch mit der RP ab. Auf Anfrage erklärte sie nur: „Da wird viel gesprochen. Für uns ist das eine so neue Überlegung, dass wir zu diesem Zeitpunkt dazu überhaupt nichts sagen können.“

Die von der katholischen Kirche und von den Franziskanern unterstützte christliche Gemeinschaft „Cenacolo“ haben Emil und Christiane Underberg für Kloster Mörmter interessiert. Die Gemeinschaft kümmert sich um Kinder und Jugendliche, die aus verschiedenen Gründen auf eine schiefe Bahn geraten sind und wieder im normalen Alltag Tritt fassen wollen. Gemeinsam mit dieser Gemeinschaft und einem Priester könne das Kloster – so Emil Underberg gestern im Gespräch mit unserer Zeitung – entsprechend seiner Bestimmung geführt und die Kirche genutzt werden. Emil Underberg bestätigte, dass dieser Vorschlag in den Bauernschaften der MUW sowohl auf Befürworter als auch auf Skeptiker stößt.

Förderverein

Tatsächlich wird in der Nachbarschaft auch über die Gründung eines Freundeskreises oder Fördervereins in Zusammenarbeit mit den Franziskanern nachgedacht. Das Kloster könnte als Haus für Exerzitien oder als Hospiz geführt und die Kirche weiterhin genutzt werden. Detaillierte Vorstellungen sollen erst nach Klärung der Vertragsverhältnisse entwickelt werden.

Cenacolo Seite C 2

(RP)