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Zum Schutz für Radfahrer soll Strohweg in Sonsbeck Tempo 70 bekommen

Verkehrssicherheit in Sonsbeck : Strohweg soll Tempo 70 bekommen

Der Sonsbecker Verkehrsausschuss plädiert geschlossen dafür, die Geschwindigkeit auf der schmalen Straße durchgängig zu beschränken. Das soll Radfahrer und Wanderer schützen.

Er ist Teil einer Radroute im Knotenpunktsystem und auch bei Wanderern und Spaziergängern sehr beliebt. Der Strohweg führt vorbei an Feldern, abschnittsweise durch Waldgebiete, Bänke am Fahrbahnrand laden zum Verweilen ein. Doch die Gemeindestraße, die von der Gelderner Straße (L 480) bis zur Weseler Straße (B 58) verläuft, hat nach Ansicht der Sonsbecker Politiker ein Problem. Die erlaubte Fahrgeschwindigkeit sei dort zu hoch, sind sich die Fraktionen einig. Einstimmig plädierte der Verkehrsausschuss dafür, auf der gesamten Strecke Tempo 70 einzuführen.

Derzeit besteht auf dem Strohweg ein Stückwerk an Tempolimits: Zwischen Geldener Straße und Hamber Dyk ist eine Höchstgeschwindigkeit von 70 Stundenkilometern erlaubt. Auf Höhe des Forsthauses Winkel darf maximal Tempo 50 gefahren werden. Zwischen Hamber Dyk und Weseler Straße gibt es gar keine Begrenzung.

„Als ausgewiesene Fahrradroute sind dort aber viele Radfahrer und Familien unterwegs“, gab Utz Schmidt (CDU) an. „Wenn dort jemand mit 100 Sachen vorbeirast, ist das nicht ungefährlich.“ Die CDU-Fraktion hatte im Vorfeld der Sitzung eine Reduzierung auf Tempo 50 auf der gesamten Strecke beantragt und bekam dafür Rückendeckung von den anderen Fraktionen. „Die SPD kann dem Antrag nur uneingeschränkt zustimmen“, sagte etwa Christa Weidinger, die eigenen Angaben zufolge selbst schon mal in eine gefährliche Situation auf dem Strohweg gekommen sei.

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Zuspruch gab es auch von der Verwaltung. Ihr Beschlussvorschlag lautete allerdings, durchgängig Tempo 70 einzuführen. Der Strohweg sei als gemeindliche Nebenstraße tatsächlich nicht breit ausgebaut, verfüge über keinen Fahrradweg und führe kurvenreich teils durch bewaldetes Gebiet. Auch seien auf der ausgewiesenen Fahrradroute viele Radfahrer unterwegs. Aber: Tempo 50 sei bei den Straßenverkehrsbehörden nur durchzusetzen, wenn vor Ort nachweislich eine Gefahrenlage bestehe, erklärte Ordnungsamtsleiter Markus Janßen.

Und die besteht nach Auswertung der Unfalldaten der Jahre 2019 bis 2021 nicht. In dem Zeitraum hat es auf dem Strohweg insgesamt acht Unfälle gegeben. Fünf davon waren Abbiege- und Vorfahrtsunfälle an den Kreuzungen, nur drei haben sich im Bereich der Wegführung ereignet. Davon sei kein Unfall auf eine Geschwindigkeitsüberschreitung zurückzuführen, ergänzte Janßen. „Es bringt also nichts, einen Antrag an die Straßenverkehrsbehörden der Kreise Wesel und Kleve zu stellen, von dem man weiß, dass er nicht angenommen wird“, sagte er und plädierte, sich mit einer Begrenzung auf Tempo 70 realistische Ziele zu setzen.

Die CDU lenkte ein, die Forderung nach Tempo 50 sei „sehr ambitioniert“ gewesen. Abgestimmt wurde über den Verwaltungsvorschlag – er wurde einstimmig beschlossen.

(beaw)