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Xanten: Zilpzalp ruft’s an der Au

Xanten : Zilpzalp ruft’s an der Au

Warum heißt der Zilpzalp eigentlich Zilpzalp? Was hat es mit Schafstelze und Kampfläufer auf sich? Walter Hingmann lädt für morgen zur doppelten Spurensuche ein: Erst gibt es Namenskunde, dann geht’s ab ins Gelände.

Die erste Begegnung von Walter Hingmann mit einem Kampfläufer ist schon ein Weilchen her: Vor rund 50 Jahren traf er auf den Vogel, der ab und an eine rote „Tracht“ anlegt. Und zwar immer dann, wenn es ums Weibchen-Imponieren geht. „Beim Balzen konnte ich ihn damals am Rande des Altrheins beobachten“, erzählt Hingmann. „Doch wie der schöne, bunte Vogel hieß, wusste ich leider nicht.“ Als auch das Nachschlagewerk nicht weiterhalf, holte sich der damals 16-Jährige Rat von den Ornithologen.

Kampfeslustig

Und die hatten dann den Namen samt Erklärung parat: „Der Kampfläufer ändert beim Balzen nämlich nicht nur sein Federkleid. Er ist dann auch immer äußerst kampfeslustig. Daher sein Name“, erläutert Hingmann, der inzwischen selbst engagierter Ornithologe ist und morgen eine Exkursion auf der Bislicher Insel anbietet.

Dabei kommt auch Hingmanns „alter Bekannter“ mit ins Spiel: Doch zum Kampfläufer gesellen sich morgen noch die Schafstelze sowie der Zilpzalp. Alle drei finden sich am Niederrhein. Und alle drei haben sehr anschauliche Namen. Bevor der 66-Jährige also mit seinen Teilnehmern den Weg in die Auelandschaft einschlägt und nach den Vögeln Ausschau hält, soll es eine kleine Namenskunde geben.

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250 Vogelarten

Anstelle von Anglerlatein erwartet die Teilnehmer daher ganz viel Ornithologen-Deutsch. Eine Kostprobe gibt es von Hingmann vorab: „Der Name Zilpzalp zum Beispiel ist relativ einfach erklärt“, meint er. Denn hört man dem Vogel im grau-beigen Kleid beim Trällern zu, dringt einem mit etwas Fantasie ein „Zilpzalp, Zilpzalp“ ans Ohr. Auch bei der Schafstelze sei die Namensgebung naheliegend: „Sie hält sich bevorzugt bei Schafen und Kühen auf“, sagt der Experte.

Gut 400 Vogelarten gibt es europaweit, und daher auch viele deutsche Vogelnamen. 250 Arten finden sich nach Hingamnns Angaben allein am Niederrhein. Der sangesfreudige Zilpzalp brütet sogar vor Ort. Und so ist sich der Ornithologe fast sicher, bei der morgigen Exkursion den Vogel an der Rheinaue rufen zu hören. Der Gesang des kleinen Kerls soll übrigens bald würdige Verstärkung bekommen: „Um den 25. April herum wird wohl die Nachtigall hier eintreffen und uns mit ihrem Wohlklang verwöhnen“, sagt Hingmann voraus.

(RP)