Xanten: Xantens Zukunft: Die Bürger sind gefragt

Xanten : Xantens Zukunft: Die Bürger sind gefragt

Wo stehen wir? Wo wollen wir hin? Was müssen wir tun, um diese Ziele zu erreichen? Das sind die drei Fragen, die Stadt und Stadtplaner mit Hilfe von Bürgern beantworten möchten. "Meine Stadt - meine Ideen: Xanten 2030" heißt das Ganze. Zum Auftaktforum kamen rund 100 Interessierte, um an diesem einjährigen Prozess mitzuwirken.

Es geht um viel. Um Xantens Zukunft. Um eine Vision, wie sich die Stadt mit fast 22.000 Einwohnern weiterentwickeln kann. "Meine Stadt - meine Ideen: Xanten 2030" hat Bürgermeister Thomas Görtz das Ganze genannt. Das klingt irgendwie griffiger als Integriertes Kommunales Entwicklungskonzept (IKEK) und Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK). Am Donnerstag fand das Auftaktforum in der Mensa des Stiftsgymnasiums statt. Wir waren dabei und haben alles Wichtiges zusammengefasst. Worum geht es? Um Xanten. Um die Domstadt mit dem historischen Zentrum, dem römischen Erbe, den vielen Freizeitmöglichkeiten und den sechs Dörfern, gleichermaßen bei Bürgern wie Touristen beliebt. Für all das soll eine Vision aufgestellt werden. Und zwar eine integrierte. Beispiel: Einzelhandel und Verkehr, Wohnen und Bildung werden nicht getrennt voneinander betrachtet, sondern zusammen. "Wir wollen auch nicht einfach nur ein Papier abgeben, sondern konkrete Handlungsempfehlungen, verbunden mit Förderanträgen, ausarbeiten", sagt Stadtplaner Olaf Kasper. Was sind die Herausforderungen? Xanten wächst. 2017 gab es 1,5 Prozent mehr Einwohner als 2011. Xanten wird aber auch immer älter. Denn die meisten Einwohner sind zwischen 45 und 60 Jahren alt. Das Thema "Wohnen" wird unter anderem eine zentrale Rolle spielen.

Klaus Kaja (v.r.), Ludger Rodermond, Pankraz Gasseling und Georg Schulz sprachen beim Auftaktforum das Thema der Begegnungsstätte an. Foto: Julia Lörcks

Wer macht das? Für Xantens Vision arbeitet die Stadt mit Schulten - Stadt- und Raumentwicklung zusammen. Das Dortmunder Büro hat bereits das Handlungskonzept Wohnen erstellt, das im Herbst vorgestellt wurde und aufzeigte, dass die Stadt unter anderem Bedarf an kleinen, bezahlbaren Wohnungen hat. Um die Vision aufzustellen, bedarf es vor allem um das Wissen, um die Ideen und Anregungen der Bürger. "Wir als Verwaltung wollen uns in diesem Stadium bewusst zurücknehmen", sagt Görtz. Wer war beim Auftakt dabei? Rund 100 "Premiumbürger", wie Görtz sie nannte, kamen zur Auftaktveranstaltung - darunter viele Vertreter von CDU, SPD, FBI und Linke sowie Funktionäre wie zum Beispiel Thomas Müller, Leiter des Archäologischen Parks Xanten (APX). Die meisten Anwesenden kamen aus dem Stadtzentrum, ein großer Teil aus Lüttingen. Aus Obermörmter war nur eine Dame zu Gast, der Rest verteilte sich auf die Ortschaften Vynen, Wardt und Marienbaum. Mehr als 75 Prozent der Anwesenden war zwischen 30 und 60 Jahre alt, sie alle leben auch schon mehr als 20 Jahre lang in Xanten. Nur drei Unter-30-Jährige fanden den Weg in die Mensa, darunter Anna Becker (18). "In Xanten fehlen Plätze für die Jugend", sagt sie. "Darum bin ich heute gekommen." Was wollen die Bürger? Das Thema "Parken" war ein großes. Und zwar in allen Bereichen. Auch das Thema der Begegnung war gefragt. Räume, Plätze, Treffpunkte - all das wird vor allem in den Ortschaften vermisst. Gleichwohl fordern einige Bürger auch Ruhezonen. So geht es weiter Mit den Dorfwerkstätten heute in Lüttingen und morgen in Birten, jeweils von 10 bis 15 Uhr. Es folgen Wardt (28. April) und Marienbaum (29. April) sowie Vynen (5. Mai) und Obermörmter (6. Mai). Im Anschluss daran wird es einen Leitbildworkshop geben, an dem Bürger, die nach dem Zufallsprinzip angeschrieben werden, teilnehmen sollen. Falls sich zu wenig Jugendliche an dem Prozess beteiligen, werden diese noch einmal gezielt angeschrieben. Es folgt ein Politikworkshop. Zum Abschluss (Ende 2018/Anfang 2019) findet ein zweites Forum statt. Dann sollen die Ergebnisse präsentiert werden.

(RP)
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