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Xantener Wohnmobilpark-Park öffnet am 17. Mai wieder

Reisemobilisten dürfen wieder kommen : Xantener Womo-Park ist startklar

Ab Montag, 17. Mai, können Reisemobilisten den Stellplatz auf dem Fürstenberg wieder anfahren. Betreiber Herbert Becker bedankt sich bei seinen Gästen für die finanzielle Unterstützung. Auf die staatlichen Hilfsgelder wartet er immer noch.

Die Zuversicht ist zurückgekehrt an den Fürstenberg. Zum Wohnmobilpark, den Herbert Becker seit rund neun Jahren betreibt. Das liegt zum einen an den Corona-Lockerungen, zum anderen auch an der großen moralischen wie finanziellen Unterstützung vieler Reisemobilisten in den vergangenen Monaten. Von der Insolvenz ist aktuell keine Rede mehr, wenngleich Becker immer noch auf die staatlichen Überbrückungsgelder wartet. Der Xantener freut sich auf die Wiedereröffnung am Montag. Anfang November 2020 hatte Becker den Womo-Park schließen müssen, weil die verschärfte Corona-Schutzverordnung touristische Übernachtungen untersagte.

„Unser E-Mail-Postfach ist übergelaufen“, meinte Becker am Freitagnachmittag. Innerhalb von 24 Stunden seien rund 300 E-Mails mit Reservierungsanfragen eingetroffen von Touristen, die sich einen der 72 Stellplätze sichern wollen oder sich für einen Kurzurlaub im Wohnwagen-Hotel interessieren. „Wir rechnen nicht damit, dass wir gleich am Montag ausgebucht sein werden. In den meisten Anfragen ging’s eher um das lange Pfingstwochenende. Da werden wir wohl ziemlich voll sein“, sagte Becker, der auf die immer noch angespannte finanzielle Lage des Parks verwies.

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Er könne aber „bis Juni durchatmen“, weil seit Ende April hundert Womo-Vorteilskarten im Wert von 298 Euro verkauft worden seien. „Dadurch sind 30.000 Euro in die Kasse gekommen, die uns Luft verschaffen.“ Becker hatte Ende vergangenen Monats in einem Facebook-Hilferuf mit der Überschrift „WoMoPark Xanten am Corona-Abgrund!!!“ auf den hohen Umsatzverlust (180.000 Euro) aufmerksam gemacht und um Unterstützung gebeten.

Von der Anfang des Jahres beantragten Überbrückungshilfe III habe er immer noch keinen Cent gesehen, so Becker. „Ich habe am 2. Mai ein Schreiben von der Bezirksregierung mit dem Hinweis bekommen, dass mein Antrag vertieft überprüft werde und ich mich doch gedulden solle, bis sich die zuständige Bewilligungsstelle meldet. Da fehlten mir nicht nur die Worte, sondern da kochte mein Blut.“ Und der Xantener ergänzte: „Aufs Kurzarbeitergeld warten wir übrigens auch immer noch.“ Der Betreiber hofft, dass die Überbrückungshilfe III bis Ende Juni auf dem Konto auftaucht, damit’s finanziell nicht wieder so eng wird wie vor den Corona-Lockerungen.

Beinahe genauso enttäuscht wie von der Bundesregierung ist Herbert Becker von den Politikern in Xanten: „Obwohl ich öffentlich auf die bedrohliche Situation des Womo-Parks aufmerksam gemacht habe, hat sich niemand bei mir gemeldet. Das verwundert mich schon, und kann ich nicht nachvollziehen“ Vor der Pandemie seien im Jahr rund 24.000 Gäste zum Xantener Wohnmobilpark gekommen, der damit der größte Kurbeitragszahler der Stadt sei. Und der Inhaber rechnet weiter vor: „Sollte es den Park nicht mehr geben, würden auch 500.000 Euro an Kaufkraft jährlich für den Einzelhandel wegfallen.“ Umso größer war die Resonanz unter den Reisemobilisten. „Ich habe motivierende E-Mails aus ganz Deutschland erhalten. Sogar aus der Schweiz hat sich jemand gemeldet.“

Auf die Rückkehr der Reisemobilisten an den Xantener Fürstenberg freut sich auch Platzwart Falk Brendgen. Seit Tagen schon ist er im Einsatz, um das Areal mit Unterstützung eines Putztrupps auf Hochglanz zu bringen. Rasen wurde gemäht, Blumen gepflanzt, die letzten kleineren Ausbesserungsarbeiten erledigt. „Wir sind auf jeden Fall startklar. Es kann wieder losgehen“, sagte Herbert Becker, aus dessen Stimme die Erleichterung zu hören war.