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Xantener Südsee: Anwohner ärgern sich über Falschparker

Trotz Verbotsschilder : Weiter Ärger um Falschparker an Xantener Südsee

Bürger beklagen, dass Badegäste das Durchfahrverbot an der Fischerstraße missachten, um zur Xantener Südsee zu kommen. Bürgermeister Thomas Görtz kündigt Kontrollen durch das Ordnungsamt an – befürchtet aber, dass der Ansturm von Badegästen noch zunimmt.

Bewohner aus Lüttingen beklagen sich weiter über das Verkehrsaufkommen an der Xantener Südsee. Die neu aufgestellten Verbotsschilder hätten bisher keine Wirkung gezeigt, sagte eine Anwohnerin am Mittwochabend im Bürgerforum. Die Fischerstraße und der Willibrodweg würden nach wie vor als Abkürzung genommen, um von Lüttingen nach Wardt oder umgekehrt zu kommen – Autofahrer sparten sich dadurch den Bogen über die Bundesstraße 57. Auch Touristen nutzten deshalb gern diesen Weg. „Die Fischerstraße ist zur Rennstrecke geworden.“ Und wenn es warm sei, kämen die Badegäste hinzu und stellten ihre Autos dort ab, um sich an die nahe gelegene Südsee zu legen. „Sie parken in der Fischerstraße wie eh und je.“

Die Anwohner ärgern sich schon lange über das Verkehrsaufkommen an der Südsee. Die Verwaltung hatte deshalb im vergangenen Jahr ein Durchfahrverbot aufgestellt und die Zufahrt über die Fischerstraße ab der Kreuzung zum Schürkamp nur noch Anliegern erlaubt. Seitdem dürfen Anwohner weiterfahren, auch Landwirte, die an der Südsee ihre Felder haben, genauso wie diejenigen, die den Schießstand erreichen wollen. Alle anderen müssen dagegen umkehren. „Aber das Verbotsschild wird übersehen oder nicht beachtet“, beklagte die Anwohnerin und bat die Verwaltung, weitere Möglichkeiten für eine Verkehrsberuhigung zu prüfen.

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Vertreter der Kommunalpolitik fragten, ob der Willibrordweg durch einen Poller gesperrt werden könne. Das würde einigen Anliegern wahrscheinlich zu weit gehen, sagte Bürgermeister Thomas Görtz. Bei einem Ortstermin in der Vergangenheit mit Polizei und Ordnungsamt hätten sie deutlich gemacht, dass sie die Verbindung gern weiter nutzen wollten. „Das Meinungsbild in der Anwohnerschaft ist nicht eindeutig.“ Ob das Durchfahrverbot eingehalten oder missachtet werde, müsse dagegen von der Polizei kontrolliert werden, dafür sei sie zuständig. Aber Görtz warb auch um Verständnis. Die Polizei habe noch viele andere Aufgaben.

Das absolute Halteverbot, das im hinteren Teil der Fischerstraße gelte, werde aber vom Ordnungsamt kontrolliert, vor allem am Wochenende, darum habe er die Kollegen gebeten, sagte Görtz. Jedoch seien auch diese Kontrollen nur im Rahmen der personellen Kapazitäten möglich. „Wir tun, was wir können.“ Und wer ein Knöllchen bekommen habe, parke beim nächsten Mal vielleicht woanders. Trotzdem müssten die Anwohner in diesem Jahr mit einem größeren Verkehrsaufkommen rechnen. „Ich befürchte, dass wir es in diesem Sommer noch schlimmer erleben werden.“ Nach den Einschränkungen durch die Corona-Pandemie seien die Menschen froh, wenn sie jetzt am Wochenende ans Wasser fahren könnten, „und bei uns ist es nun einmal schön“.

Wegen der Corona-Regeln dürfe das Naturbad Xantener Südsee aber maximal von 4900 Badegästen gleichzeitig besucht werden, erklärte Görtz weiter. „Es wird zwangsläufig Menschen geben, die sich etwas anderes suchen, weil sie nicht mehr hereinkommen, und es gab schon immer Menschen, die sagen, was soll ich Eintritt zahlen, wenn ich in den See auch ohne hereinkomme.“ Die Stadt spreche mit dem FZX bereits darüber, wie sich das Schwarzbaden verhindern oder reduzieren lässt. Es sei auch schon über eine Art Streife nachgedacht worden.

Das Problem mit Falschparkern gebe es auch auf der anderen Seite der Südsee, erklärte Görtz. Dort werde versucht, durch Zäune und Erdhügel die Menschen davon abzuhalten, ihr Auto in der Kurve am Wasserwerk abzustellen. Aber wenn sie dort nicht mehr parken dürften, würden sie sich etwas anderes suchen. „Es ist ein bisschen wie ein Kampf gegen Windmühlen.“ Als Moderator des Bürgerforums bat Peter Hilbig (Freie Bürgerinitiative, FBI) die Verwaltung, weiter ein Auge auf diese Probleme zu haben und über weitere Maßnahmen nachzudenken.

(wer)