Xantener Klüngel

Unsere Woche: Xantener Klüngel

Ach liebe Xantener CDU-Mitglieder, irgendwie verstehe ich euch nicht. Es ist ja gar nichts gegen einen neuen Vorsitzenden einzuwenden, aber die Art und Weise, wie das in dieser Woche vonstattenging, passt irgendwie so gar nicht zu den Worten, die ihr da verkündet habt. Ihr wollt das C der CDU wieder in den Vordergrund stellen. Und dann das. Mit einem Handstreich übernahm Tanko Scholten den Vorsitz.

Ob er das im Alleingang oder mit Verbündeten arrangiert hat, ist unklar. Vieles spricht allerdings für Variante 1. Das fängt bei den fragwürdigen Stimmzetteln an und hört bei der Wahl des restlichen Vorstandes auf. So müssen zumindest seine beiden Stellvertreter - Raphael Zur und Thomas Janßen - erst unmittelbar vor der Wahl von ihrem neuen Amt erfahren haben. Oder wie ist es sonst zu erklären, dass Janßen eigentlich die Stimmen auszählen sollte (was er dann natürlich nicht mehr durfte) und auf dem Wahlzettel für die Beisitzer stand (was die Mitglieder dann händisch streichen mussten)? Das war, um es mit zwei Worten zu sagen, Chaos pur.

Zudem ist es ein offenes Geheimnis, dass Tanko Scholten nicht unbedingt ein Freund von Bürgermeister Thomas Görtz ist. Geht es hier eigentlich um die Sache, um die Partei oder aber um Personen? - Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Auch mit Blick auf die bevorstehende Kommunalwahl 2020. Das werden, da bin ich mir sicher, zweieinhalb anstrengende Jahre.

Apropos anstrengend: Die Anstrengungen aller für den Zuschlag Förderschule nehmen mittlerweile Ausmaße an, die man nur mit einem Wort beschreiben kann: Klüngelei. Das kann sich eine Stadt, die mit der DBX-Affäre bundesweit Schlagzeilen in der Kategorie "Korruption" gemacht hat, eigentlich nicht mehr erlauben. Liebe Politiker, egal welcher Couleur, vielleicht sollte man das Verfahren lieber abbrechen. Im Sinne von: Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte.

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Besinnlichen zweiten Advent.

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(RP)