Xanten: Xantener Architekt plant "Minoritenhof" für Kleve

Xanten : Xantener Architekt plant "Minoritenhof" für Kleve

Die Architektenpaar Reiner Jungnitsch und Waltraud Jungnitsch-Schmidt vom Büro atelier3architekten aus Xanten hat eigentlich Selbstverständliches gemacht: Sie haben sich die Umgebung der Minoritenkirche und die Klever Unterstadt angeguckt. Sie haben schmale Häuser gefunden. Sie haben festgestellt, dass die Klever Grundstücksgrößen in der Stadt zwischen sechs und zwölf Meter breit sind, sie haben gesehen, dass die Bebauung dreigeschossig ist. "Die aus der Historie überwiegend nach dem Krieg errichteten Gebäude gehorchen in der Regel den vorgefundenen Parzellen des 18. und 19. Jahrhunderts", so das Fazit der Architekten. Danach haben sie einen Plan entwickelt, den sie "Minoritenhof" nennen.

Im Mittelalter habe es kleinteilige Parzellen gegeben, die auf die Bürger verteilt wurden, die es sich leisten konnten, zu bauen, erklärt Jungnitsch. "Jeder konnte sich ein Stück von diesem Kuchen abschneiden", sagt er. Es habe eben noch keine großen Kaufhäuser oder Investoren gegeben, die diese Kleinteiligkeit durchbrechen. Weil er aus der Bürgerbefragung erfahren habe, dass für die bebaubare Fläche Wohnbebauung mit kleinerem Gewebe gewünscht sei, habe er dieses Format auch in seinem Entwurf weiter verfolgt. Der sieht viele spitzgiebelige schmale Häuser vor, mit Achsbreiten zwischen den im Klever Grundstücksraster gefundenen sechs bis zwölf Metern. Die schmalen Stadthäuser können im Erdgeschoss Läden und Gastronomie, in Ober- und Dachgeschossen Wohnungen und Büros erhalten.

Jungnitsch will diese Häuser nicht selber entwerfen. Wie es im Mittelalter üblich gewesen sei, werde lediglich mit einer Gestaltungssatzung für den Minoritenhof die Kubatur der Häuser vorgeschrieben. Wie diese Häuser ausgeformt werden, welches Gesicht sie bekommen, bleibt jedem Bauherrn belassen. Jungnitsch-Schmidt schlägt vor, die Rahmenbedingungen zu definieren, einen Masterplan zu machen. Der sieht nicht nur kleinteilige Bebauung, sondern noch weitere Gassen zwischen den Häusergruppen vor. Die Plätze werden klar definiert und die Sichtachse gen Bahnhof frei gehalten. Derzeit stellt Jungnitsch seine Idee in den Fraktionen vor. Allerdings regt der Architekt auch an, die Idee einer großen Tiefgarage zu überdenken.

(mgr)
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