Xanten: Wochenmarkt soll bei Großveranstaltungen umziehen

Wochenmarkt in Xanten: Marktverlegung sorgt für Unruhe

Die Marktbeschicker müssen neuerdings bei Großveranstaltungen umziehen. Damit sind die Händler nicht einverstanden. Die CDU pflichtet bei: Sie fordert ein Gesamtkonzept und damit eine Aufwertung des Wochenmarktes.

Wohin mit dem Wochenmarkt, wenn auf dem Marktplatz große Veranstaltungen stattfinden? Hinter das Rathaus? Darüber wurde auf der Mitgliederversammlung der CDU-Mitte kontrovers diskutiert. Oder auf den Domvorplatz? Einen Hinweis hierfür könnte die Einladung der Stadt zum heutigen Pressegespräch geben, in der von einem Einvernehmen mit der Propsteigemeinde die Rede ist.

Zumindest einige Marktbeschicker lehnen beides ab und stehen damit nicht alleine da. Altbürgermeister Alfred Melters zum Beispiel sagt zum Rathausparkplatz: „Das ist völliger Unsinn. Da geht doch keiner hin.“ Auf seine Anregung hin hat der Ortsverband nun das Thema aufgegriffen und will es im Rat zur Sprache bringen. Ein umfassendes Konzept muss her, fordern die Christdemokraten. Zwischen den Zeilen beinhaltet der Antrag indirekt auch eine Absage an Standorte abseits der Fußgängerzone, denn „ein Markt sollte ein entsprechendes Ambiente haben und die Gastronomie mit einbinden“.

Für Großveranstaltungen wie demnächst für den Weihnachtsmarkt musste der Wochenmarkt immer schon weichen. Dann standen die Stände zumeist in der Fußgängerzone entlang der Häuserzeilen. Doch nun befürchtet die Stadt, dass in einem Notfall Feuerwehr und Rettungswagen die Gebäude nicht mehr erreichen könnten. Sie suchte nach Alternativstandorten. Im Gespräch war nach Informationen aus dem Kreis der Markthändler unter anderem der Parkplatz hinter der Sparkasse. „Dann höre ich auf“, sagt ein Händler. „Es lohnt sich dort nicht mehr.“ Das gelte auch für den Domvorplatz. Mit dieser Kritik an einer Verlegung abseits der Fußgängerzone steht er nicht alleine dar. Melters: „Ich habe mit fünf oder sechs Marktbeschickern gesprochen. Keiner will hinters Rathaus. Die Stadt sollte die Sicherheitsbedenken noch einmal überprüfen und begründen. Bleibt es dabei, wie wäre es dann mit dem Mitteltor?“

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Ratsfrau Petra Strenk erinnerte auf der Mitgliederversammlung des Ortsverbandes an die Erfahrungen aus Alpen mit der Verlegung des Marktes hinter das dortige Rathaus: „Die Probleme haben sich dort verstärkt.“ Nun hat die CDU-Mitte einen Antrag erarbeitet, in dem sie sich für eine Aufwertung des Wochenmarktes ausspricht. Er sei nach alter Tradition in Xanten ein wesentlicher Bestandteil des städtischen Lebens und auch für die Belebung des Stadtkerns wichtig: „Wochenmärkte dienen der Stärkung der Aufenthalts- und Erlebnisqualität der Innenstadt und bewirken eine erhebliche Steigerung der Attraktivität.“ Durch die Kaufkraft zusätzlicher Kunden würden auch Einzelhandel und Gastronomie vor Ort gefördert.

Die Vorschläge der CDU Mitte: Die Öffnungszeiten seien zu überdenken. In Bocholt zum Beispiel gebe es donnerstags von 15 bis 19 Uhr einen Abendmarkt, der „mit kulinarischen Angeboten und einer breiten Angebotspalette die Innenstadt zu einem Anziehungs- und Treffpunkt macht“. Der Markt solle ein ansprechendes Ambiente erhalten unter Einbindung der Gastronomie. Das Angebot solle gezielt vergrößert und attraktiver werden. Durch gezielte Werbung oder Ansprache könnten zusätzliche Marktbeschicker gewonnen, Standgebühren seien zu überdenken. Die IGX als Interessenvertreter der Einzelhändler sei einzubeziehen. Der Wochenmarkt soll nicht nur beim Ordnungsamt, sondern auch bei der Wirtschaftsförderung angegliedert sein.

Bürgermeister Thomas Görtz gab trotz mehrfacher Anfragen keine Stellungnahme zu diesem Thema ab. Im September verwies er darauf, dass erst mit den Marktbeschickern geredet werden solle. Aktuell will er sich am heutigen Donnerstag dazu äußern.

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