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Xanten: Winterdienst soll von Streusalz auf Sole umsteigen

Forderung der Grünen : Xantens Winterdienst soll von Streusalz auf Sole umsteigen

Im Winter setzt auch die Stadt Xanten Streusalz ein, um die Straßen bei Eis und Schnell befahrbar zu machen. Künftig soll sie stattdessen Sole einsetzen, fordern die Grünen. Aus mehreren Gründen.

Die Grünen in Xanten schlagen vor, dass der städtische Winterdienst von Streusalz auf Sole umsteigt, um die Straßen bei Eis und Schnee befahrbar zu machen. Einen entsprechenden Antrag haben sie bei der Verwaltung eingereicht, damit der Rat darüber entscheiden kann.

Zwar sorge Salz im Winter zuverlässig dafür, dass Eis und Schnee auf den Straßen schmelze und Unfälle verhindert würden, schreiben die Grünen in ihrem Antrag. Aber das Streusalz richte „enorme Schäden“ an Gebäuden, Fahrzeugen und Straßenbelägen an. „Noch gravierender sind die ökologischen Folgen.“ Streusalz gelange mit dem Schmelzwasser ins Erdreich und werde von den Pflanzen aufgenommen. Die Chloride lagerten sich an Blatträndern und Zweigspitzen ab und führten zu den typischen Randnekrosen, braunen Verfärbungen. Die Folgen seien ein späterer Blattaustrieb bei Bäumen, kahle Baumkronen im Sommer und frühere Verfärbungen im Herbst. Auch Sträucher und kleinere Pflanzen würden geschädigt oder stürben ab. „Die Salzeffekte ähneln Trocknungsschäden, weil die Gewächse nicht mehr genug Wasser aufnehmen können.“ Auch zahlreiche Kleinlebewesen hätten in den versauerten Böden keine Überlebenschance.

Deshalb lohne es sich, den Salzverbrauch zu senken, schreiben die Grünen weiter. „Eine besonders wirksame Methode ist das Versprühen von Sole, also von in Wasser gelöstem Salz.“ Auch moderne Streuwagen könnten Salz nicht so gleichmäßig aufbringen, wie das bei Sole möglich sei, zumal ein Teil des Streusalzes vom Wind verweht werde. Durch das Aufsprühen von Sole werde deshalb der Salzverbrauch um zwischen 22 und 60 Prozent gesenkt. „Weiterer Vorteil: Sole wirkt sofort, Salz erst mit Verzögerung.“ Durch die Umstellung des Winterdienstes seien deshalb gesamtwirtschaftliche Einsparungen und ökologische Verbesserungen möglich.

(wer)