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Xanten will Kreis Wesel Anteile an Grafschaft Moers abkaufen

Kommunale Wohnungsbaugesellschaft : Kreis berät über Verkauf von Grafschaft-Anteilen an Xanten

Die Stadt Xanten möchte ihren Einfluss in der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft Grafschaft Moers erhöhen. Dafür muss der Kreis Wesel aber Anteile an die Kommune abtreten. Die Entscheidung soll im März fallen.

Die Stadt Xanten will ihren Anteil an der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft Grafschaft Moers erhöhen und dafür dem größten Gesellschafter, dem Kreis Wesel, Anteile abkaufen. Sie hat ihm dafür ein Angebot vorgelegt. Der Kreisausschuss und der Kreistag beraten darüber in ihren nächsten Sitzungen am 18. März und 25. März. Die mögliche Veränderung der Gesellschafteranteile wird an beiden Tagen im nichtöffentlichen Teil behandelt. Im Vorfeld der Sitzungen äußerte sich der Kreis Wesel deshalb auf Anfrage unserer Redaktion nicht dazu.

Die Grafschaft Moers ist eine kommunale Wohnungsbaugesellschaft, die 2115 Mietwohnungen in Kamp-Lintfort, Moers, Rheinberg, Xanten sowie Duisburg besitzt und im Jahr 2020 einen Umsatz von rund 11,76 Millionen Euro erzielte. Die Stadt Xanten hält bisher 2,74 Prozent an der Gesellschaft. Größter Anteilseigner ist der Kreis Wesel mit 87,42 Prozent. Mit der Beteiligung solle im Bereich der Wohnungswirtschaft vorrangig eine sozial verantwortbare Wohnungsversorgung der breiten Schichten der Bevölkerung durch die Gesellschaft sichergestellt werden, erklärte der Kreis Wesel. Weitere Gesellschafter sind Rheinberg (2,74 Prozent) und Duisburg (7,1 Prozent).

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Die Stadt Xanten will ihren Anteil auf knapp elf Prozent erhöhen. Das hatte sie bereits 2018 beschlossen, aber erst jetzt beschäftigt sich der Kreis Wesel damit. Warum es fast drei Jahre dauerte, um über Xantens Anfrage zu entscheiden, ist unklar. Die Stadt hatte in den vergangenen Jahren in ihrem Haushalt immer Geld für den Kauf eingeplant, auch in diesem Jahr sind dafür einige Hunderttausend Euro vorgesehen. Bürgermeister Thomas Görtz sagte unserer Redaktion, dass rund elf Prozent aller Wohnungen der Grafschaft Moers in Xanten seien, aber die Stadt bisher nur 2,74 Prozent an der Gesellschaft besitze. Die Kommune sei im Gesellschafterkreis also unterrepräsentiert. Deshalb wolle sie ihren Anteil erhöhen, um auch mehr Mitsprachrechte zu bekommen.

Davon erhoffe er sich mehr Einfluss auf die Pflege und die Modernisierung, aber auch auf den Neubau von Wohnungen, sagte Görtz weiter. In Xanten fehle bezahlbarer Wohnraum, wie 2017 von einem Fachbüro für das Handlungskonzept Wohnen festgestellt worden sei. Die Stadt wollen diesen bezahlbaren Wohnraum schaffen. Dafür habe sie mit der Grafschaft Moers gern einen starken Partner an der Seite. Deshalb hoffe er, dass der Kreistag dafür stimme, die knapp acht Prozent an die Stadt Xanten zu verkaufen. „Wir warten sehnsüchtig darauf.“