Private Kunstausstellung in Xanten Heimatchronist mit Pinsel und Farbe

Xanten · Seit Jahrzehnten malt der Xantener Wilhelm Schweers den Niederrhein und andere Motive. Mehr als 180 Ölgemälde stehen und hängen in seinem Keller. Nun öffnet der 92-Jährige die private Ausstellung für Besucher.

 Der Kleine Markt in Xanten vor 1945: Wilhelm Schweers hat sehr oft Xanten und den Niederrhein gemalt. Die Vorlage dafür waren aktuelle und historische Fotografien. Damit wurde er zum Heimatchronisten mit Pinsel und Farbe. 
  RP-Foto: arfi

Der Kleine Markt in Xanten vor 1945: Wilhelm Schweers hat sehr oft Xanten und den Niederrhein gemalt. Die Vorlage dafür waren aktuelle und historische Fotografien. Damit wurde er zum Heimatchronisten mit Pinsel und Farbe. RP-Foto: arfi

Foto: Armin Fischer (arfi)

Im Keller hat Wilhelm Schweers mehr Gemälde als manches Museum. Mindestens 180 gerahmte und ungerahmte Bilder bewahrt der 92-jährige Xantener in einem vielleicht drei mal vier Meter großen Raum auf. Einige hängen an der Wand, die meisten stehen davor. Gemalt hat er sie alle. Und im Keller sind nicht einmal alle Werke, die der 92-Jährige in seinem Leben geschaffen hat. Mehr als 500 dürften es sein, schätzt er. Manche hat er verkauft. Andere hängen oben in der Wohnung, in der er mit seiner Frau Gertrud lebt. Aber die allermeisten Bilder, die er noch hat, sind im Keller.

Es ist ein Kunstschatz, den aber kaum jemand zu Gesicht bekommt. Das soll sich ändern: Schweers öffnet seinen Keller an diesem und an den folgenden drei Wochenenden für die Öffentlichkeit und lädt Besucher ein, sein Lebenswerk zu besichtigen. An zwölf Tagen bis Weihnachten zeigt er, was er in den vergangenen Jahrzehnten mit Öl und Pinsel auf Leinwänden verewigt hat. „Er möchte es noch einmal präsentieren“, sagt seine Frau Gertrud. Der Eintritt ist kostenlos.

Viele Bilder zeigen den Niederrhein, insbesondere Xanten, seine Heimatstadt. Schweers hat gemalt, was er gesehen oder jemand anderes in einem Foto festgehalten hat. Ein Gemälde zeigt zum Beispiel die Bislicher Insel, ein anderes den Weg entlang des Altrheins, wie er 1906 ausgesehen hat, also lange vor dem Bau der Bundesstraße. Auf einem anderen Gemälde hat Schweers die blühenden Kirschbäume an der Siegfried- und der Hagenbuschstraße festgehalten – im Hintergrund stehen die Türme des Xantener Doms. Auch die Kirche in Wardt hat der Xantener gemalt, genauso wie das frühere Ehrenmal auf dem Kleinen Markt und das Dom-Café am Großen Markt – Grundlage waren Aufnahmen aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg. So habe es damals in Xanten ausgesehen, berichtet Schweers, der Heimatchronist mit Pinsel und Farbe, dessen Familie damals am Xantener Marktplatz wohnte.

Schon als Kind habe er gern gemalt, erzählt er. In der Volksschule zeichnete er mit Blei- und Buntstiften Bilder ab. Als Zehnjähriger malte er ein Porträt – schon damals setzte er die Striche sicher und gekonnt. Klar und deutlich ist ein Junge zu sehen. „Auf einem Bild muss man etwas erkennen“, findet Schweers. Mit der modernen, abstrakten Malerei kann er sich bis heute nicht so recht anfreunden. Er malt lieber exakt nach, was er sieht. Aber jeder habe eben seinen eigenen Geschmack, sagt er.

Wilhelm Schweers mit einigen seiner Werke: Die Ölgemälde bewahrt er im Keller auf. 
  RP-Foto: arfi

Wilhelm Schweers mit einigen seiner Werke: Die Ölgemälde bewahrt er im Keller auf. RP-Foto: arfi

Foto: Armin Fischer (arfi)
Xanten - Wilhelm Schweers stellt seine …lbilder wieder im Keller fŸr Interessenten aus   
hier 
Blick auf das nicht mehr existierende Domcafe
RP - Foto : Armin Fischer (arfi) *** Local Caption *** RP

Xanten - Wilhelm Schweers stellt seine …lbilder wieder im Keller fŸr Interessenten aus hier Blick auf das nicht mehr existierende Domcafe RP - Foto : Armin Fischer (arfi) *** Local Caption *** RP

Foto: Armin Fischer (arfi)

Obwohl er sich schon früh für die Kunst interessierte, vergingen viele Jahre, bis er mit der Malerei begann. Dem Schlosser, der im Hüttenwerk in Rheinhausen arbeitete, fehlte die Zeit. Er hatte sie erst, als sein Arbeitgeber Kurzarbeit anmeldete und ihn später in den Ruhestand schickte. Also nahm sich Schweers Pinsel und Farbe und ging in den Keller. „Ich habe mir alles selbst beigebracht.“ Mit einem kleinen Bild fing er an, bald schon wurden die Gemälde größer, und immer mehr Werke kamen hinzu. Das letzte Gemälde hat er mit über 90 gemalt. So entstand eine einmalige Sammlung an Ölgemälden, die ein ganzes Museum füllen könnte.

(wer)
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