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Xanten-Wardt: Gutachter empfiehlt Denkmalschutz für altes Schulgebäude

Historisches Gebäude in Xanten-Wardt : Denkmalschutz für Volksschule empfohlen

Ein Gutachter sieht in dem Gebäude in Xanten-Wardt ein „anschauliches Zeugnis der Ortsgeschichte“.

Wardt (pek) Der Denkmalschutz für die ehemalige Volksschule in Wardt rückt näher. In einem Gutachten spricht sich jedenfalls der Landschaftsverband Rheinland (LVR) als Amt für Denkmalpflege dafür aus. Ratsherr Tanko Scholten hatte dies für den CDU-Ortsverband Wardt vor einigen Monaten beantragt, während die damalige Eigentümerin einen Käufer suchte.

Durch die Einschätzung des LVR sind die Voraussetzungen für eine Eintragung als Denkmal erfüllt, der Eigentümer kann sich dazu aber noch äußern. Der Ausschuss für Stadtentwicklung wird am 3. März darüber endgültig beschließen. Ein Interessent, der im vergangenen Jahr das Gebäude Am Kerkend erwerben wollte, ist zwischenzeitlich abgesprungen, dafür hat die Eigentümerin einen anderen Käufer gefunden. Namen wurden im Ausschuss nicht genannt.

Die Kinder aus Wardt und Lüttingen wurden seit 1835 gemeinsam in einer am Hagelkreuz des Inseldorfes errichteten Schule unterrichtet. 1871 erhielt Lüttingen eine eigene Volksschule, Wardt acht Jahre später. 1961 wurde in Wardt eine neue Schule in der Heinrich-Hegemann-Straße gerichtet, die aber nach der Eingemeindung nach Xanten wieder aufgegeben und abgerissen wurde. Die alte Volksschule Am Kerkend blieb jedoch stehen und wurde zu Wohnzwecken genutzt.

Der Gutachter des LVR stufte dieses Gebäude als Baudenkmal ein. Die Volkshochschule sei „bedeutend für die Geschichte des Menschen sowie der Städte und Siedlungen“. An Erhalt und Nutzung bestehe aus architektur- und ortsgeschichtlichen sowie städtebaulichen Gründen ein öffentliches Interesse.

Das Gebäude mit der Fassade aus regionaltypischen rot-braunen Feldbrandsteinen an der Straße „Am Kerkend“ wurde 1879 bezogen. Raumaufteilung, Treppen, Türen und anderes ist bis heute mit relativ wenigen Veränderungen erhalten geblieben. Das Dachgeschoss ist inzwischen zu Wohnzwecken umgebaut, im Spitzboden ist das originale Dachwerk vorhanden.

Für die Denkmalschützer ist das Haus ein „charakteristischer Schulbau“ aus der Zeit, als der Niederrhein noch zu Preußen gehörte und ein „Musterfall eines vergleichsweise sehr gut erhaltenen Schulbaus des späten 19. Jahrhunderts“. Die vormalige Volksschule sei das einzig überlieferte öffentliche Gebäude der ehemals selbstständigen Gemeinde Wardt. „Neben Kirche und Küsterei ist sie eines von drei bedeutenden historischen und nicht privaten Bauwerken, die in der Ortsmitte von der langen Geschichte der ehemaligen Gemeinde zeugen. Die spätere Umnutzung zu Wohnzwecken ist inzwischen Teil der Ortsgeschichte und hat die Bausubstanz nur wenig beeinträchtigt“, urteilt der Gutachter. Mit Kirche, Küsterei und den großen historischen Höfen biete sie als Ensemble ein anschauliches Zeugnis der Ortsgeschichte.