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Xanten wappnet sich gegen Überschwemmungen

Entlastung der Kanalsysteme : Xanten wappnet sich gegen Überschwemmungen

Die Stadt hat aus dem Jahrhundertregen gelernt und Gegenmaßnahmen ergriffen.

Ende Mai/Anfang Juni 2016: Immer wieder ballten sich Gewitterwolken am Himmel zusammen, gingen Wassermassen auf den Niederrhein nieder. Feuchte und energiereiche Luftmassen begünstigten die Entwicklung verheerender Unwetter, sollten später die Meteorologen über diesen Jahrhundertregen sagen. Auch Xanten stand teilweise knietief unter Wasser, weil die Entsorgungskanäle für solche Mengen nicht ausgelegt waren. Besonders betroffen waren zum Beispiel die Sonsbecker Straße und die Beek. Das Ausmaß der Regenmenge hatte Stadt und Rettungskräfte überrascht. In den Wochen nach dem großen Aufräumen ging es um die künftige Schadensbegrenzung. Einige Maßnahmen sind inzwischen umgesetzt, andere zur Netzoptimierung in Planung, berichtete Bürgermeister Thomas Görtz nun im Bürgerforum.

An mehreren Stellen in der Stadt sollen künftig gesonderte Auffangbecken die Wassermassen aufnehmen. So soll am Alten Rheinweg eine Flutung in die Flachwasserzone den Kanal entlasten. „Circa 30.000 Kubikmeter sind hier möglich“, erläuterte Görtz. Die Bereiche Alter Fuhr Weg und Dimpnastraße werden ebenfalls auf diese Weise geschützt wie auch der Bereich Dr. Cornelius-Scholten-Straße/Pärdendyckweg.

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An der Salmstraße in Lüttingen ist ein Notüberlauf für aufstauendes Regenwasser auf der Straße in den Kanal zur Pistley hin freigegeben. Er funktioniert automatisch, sobald Niederschlag auf der Straße steht und auf Bürgersteig und Grundstücke zu schwemmen droht. Der Kanal im Hammelweg hat eine automatische Hochwasserentlastung in die Vynensche Ley erhalten. Sie leitet das überstauende Regenwasser im Graben nach Norden ab.

Außerdem plant die Lineg zurzeit den Einbau einer weiteren Hochwasserpumpe zur Kläranlage. Sie wird dann zusätzlich zu einer Entspannung der Situation vor Ort beitragen. So kann bei Starkregenereignissen und erhöhtem Rheinpegel Rückstauwasser im Kanal Kronemannstraße und Alter Rheinweg schneller über den Deich abgeleitet werden. Ferner erarbeitet derzeit ein Ingenieurbüro ein Oberflächenabflussmodell, „damit wir eventuell weitere bauliche Maßnahmen in 2020 einplanen können“, erläuterte der Bürgermeister.

Zu den neuralgischen Stellen während der Überschwemmung vor drei Jahren gehörte auch die Poststraße. Grund hierfür war, so Görtz, dass die Straßensenken nicht ausreichend durchlässig waren: „Hier wurde festgestellt, dass der ausreichend dimensionierte Kanal noch erheblich schneller das Wasser hätte abführen können, wenn es eingeleitet worden wäre.“

Der Dienstleistungsbetrieb DBX hat aus der Erfahrung gelernt und an dieser Straße die Fangkörbe für die Entwässerung ausgetauscht. Sie haben nun größere Löcher, sodass sie nicht so schnell verstopfen können. Außerdem würden die Fangkörbe und die sechs Abflüsse nun mindestens ein Mal pro Woche geleert, im Herbst wegen des Laubes sogar drei Mal. Diesen Säuberungsrhythmus zweifelten im Bürgerforum allerdings Anwohner an. „Ich habe dort noch nie jemanden die Senktöpfe reinigen sehen“, sagte Everhardt Mingels.