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Xanten: Wählergemeinschaft Fox schickt eine junge Frau ins Bürgermeisterrennen

Kommunalwahl 2020 : Fox schickt eine junge Frau ins B-Rennen

Die Wählergemeinschaft Forum Xanten (FOX) hat Stella Werner (26) aus Kevelaer zur Bürgermeisterkandidatin gewählt. Die Psychologin überzeugte die Mitglieder in Vynen mit einem überaus selbstbewussten Auftritt.

Die Gründungsversammlung des Forum Xanten (Fox) ist gerade mal vier Monate her. Schon greifen die Füchse nach dem höchsten Amt in der Domstadt. Sie nominierten am Dienstagabend in Vynen die 26-jährige Stella Werner, Psychologin aus Kevelaer, als Bürgermeisterkandidatin.

 „Ausgetretene Pfade verlassen und Politik anders gestalten“ lautet die Maxime der Wählergemeinschaft. Entsprechend haben sie sich bei der Suche nach einem personellen Angebot fürs Bürgermeisteramt nicht auf sich selbst verlassen, sondern eine Stellenanzeige ins Internet gestellt. Zum Anforderungsprofil zählten juristische Vorbildung, kaufmännisches Wissen, verantwortungsvoller Umgang mit Finanzen und Verwaltungserfahrung.

Kommunikationsexpertin Stella Werner, die in Rheinberg eine arbeitspsychologische Praxis leitet, bringt nichts von alldem mit. Beworben hat sie sich trotzdem. Und im ersten Gespräch gleich dafür gesorgt, dass die Füchse ihre Prioritäten neu gesetzt haben. „Frau Werner ist bürgerfreundlich, kompetent, kreativ und aufgeschlossen. Uns wurde schnell klar, dass es nur eine für die Kandidatur geben kann“, sagte Fox-Vorsitzender Thomas Janßen bei der Aufstellungsversammlung im Landhaus Spickermann.

Die 26-jährige Bewerberin, deren Großeltern in Wardt gelebt und dort mal die Schützen regiert haben, gab an, dass sie sich schon bei der letzten Kommunalwahl gern um das Bürgermeisteramt in ihrem Wohnort Kevelaer beworben hätte. Aber zum einen sei sie zu jung für eine Kandidatur gewesen, zum anderen habe sie keine Partei gefunden, die zu ihr passte. Beides sei jetzt anders, versicherte sie den 22 Fox-Mitgliedern: „Fox gefällt mir richtig gut. Kreativ, dynamisch, das entspricht genau meinen Vorstellungen. Die Gesprächskultur stimmt. Es wird um demokratische Entscheidungen gerungen. All das hat mich überzeugt.“

 Einmütigkeit im Restaurant Spickermann: Die Fox votierte einstimmig für die Bürgermeisterkandidatin.
Einmütigkeit im Restaurant Spickermann: Die Fox votierte einstimmig für die Bürgermeisterkandidatin. Foto: Fischer, Armin (arfi )/Fischer, Armin ( arfi )

Die selbstbewusste Kandidatin machte deutlich, dass sie genau weiß, wo den Xantenern der Schuh drückt. Die Zukunft der Stadt bestehe nicht nur aus FZX und TIX. Sie wolle die Bedürfnisse der Menschen und des Handels in den Mittelpunkt rücken. Die Kommunikationsexpertin will „interessiertes zuhören und gezielte rückfragen“. Wie die Wählergemeinschaft sehe sie die Verwaltung als Dienstleisterin und will sich entsprechend für mehr Bürgernähe und Transparenz einsetzen.

Obwohl das Wahlprogramm der Füchse noch nicht steht, nannte Stella Werner einige Punkte ihrer Agenda. Dazu zählen die Einrichtung eines Jugendbeirats mit eigenem Etat sowie der Plan, den Durchgangsverkehr aus der Stadt fernzuhalten und für bessere Radwege zu sorgen. Ein Kernthema seien die Finanzen. Der Schuldenberg von 60 Millionen Euro, der sich inzwischen auftürme, sei alarmierend. „Die Schulden von heute sind die Steuern von morgen. Diese krasse Verschuldung hemmt die Stadtentwicklung, hemmt den Umweltschutz und die Weiterentwicklung zum Kurort der Zukunft“, so Werner. Eloquent, selbstbewusst und voller Tatendrang versprach sie: „Liebe Füchse, sie haben mich überzeugt. Jetzt will ich die Bürgerinnen und Bürger in Xanten überzeugen.“ Nach dem Schlusssatz erhoben sich die Füchse und applaudierten ihrer einstimmig gewählten Kandidatin.