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Xanten: Vielseitiger Konzertabend mit dem Trio "Lafroyg"

Konzert in Xanten : Vielseitiger Konzertabend mit Klavier, Klarinette und Cello

Wieder einmal konnte der Verein für Stadtkultur Xanten seinem Zuhörerkreis ein interessantes und vielseitiges Konzertprogramm bieten: Das Trio „Lafroyg“ konzertierte im Rahmen der Klavierreihe „pianoforte“ im Rathaussaal.

Kledia Stefani (Klavier), Robert Beck (Klarinette) und Florian Sebald (Violoncello) gaben als Trio „Lafroyg“ am Freitag einen hochromantischen Einstieg in den Konzertabend im Xantener Ratssaal mit zwei der acht Stücke Op. 83 von Max Bruch. Bruch komponierte diese Stücke 1908 für seinen Sohn Max Felix, der Klarinettist geworden war.

Klar und zugleich samtig im Klang, weckte das Trio mit diesen kurzen Stücken sofort die Vorfreude auf das Konzertprogramm. Danach durfte das Xantener Publikum ein eher unbekanntes Werk entdecken. Die französische Komponistin Louise Farrenc ist heutzutage wenigen Musikliebhabern ein Begriff, zu ihren Lebzeiten jedoch war sie durchaus berühmt und erfolgreich. Im Jahr 1842 wurde sie zur ersten weiblichen Klavierprofessorin am Konservatorium in Paris berufen und konnte sich auch mit ihren Kompositionen für Orchester und Kammermusikbesetzungen in der Musikwelt etablieren.

Nach ihrem Tod wurde Ferranc vergessen, doch seit einigen Jahren bemühen sich Frauenbewegungen mit einigem Erfolg, ihre bemerkenswerten Werke wieder in die Realität der Konzertsäle zu bringen. Das Trio „Lafroyg“ spielte Farrencs Trio in Es-Dur Op. 44 mit einer ruhigen Grundhaltung, die es selbst in den wilderen Passagen seine Klangschönheit erhalten ließ. Das Publikum bedankte sich stets mit Applaus nach jedem Satz, ein Phänomen, was hin und wieder bei Konzerten zu beobachten ist und den Musikern meist ein irritiertes Schmunzeln über das Gesicht huschen lässt. Ist es doch des Spannungsbogens zuliebe eigentlich üblich, erst am Ende eines Werkes seiner Begeisterung Ausdruck zu verleihen. Nach der Pause folgte Wolfgang Amadeus Mozarts „Kegelstatt“-Trio. Ein heiteres Werk, das der Erzählung nach tatsächlich bei einer geselligen Kegelrunde entstanden sein soll. Kledia Stefanis präzise Ausgestaltung und glasklare Artikulation am Klavier machten das Zuhören zu einem Genuss.

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Nino Rota ist als Komponist vor allem für seine Filmmusiken bekannt. Er hat aber auch fantastische Kammermusikwerke geschrieben, so wie das Trio für Klarinette, Klavier und Violoncello, das als Abschluss auf dem Programm stand. Besonders im tiefgründigen zweiten Satz zauberte das Trio „Lafroyg“ eine ganz besondere Stimmung. Beim schmissigen letzten Satz, hätten die drei Musiker sicher noch mehr Wirkung erzielen können, wenn sie in den dynamischen Extremen risikofreudiger gewesen wären. Als Zugabe verwöhnten die drei Musiker ihre begeisterten Zuhörer mit Astor Piazzollas „Oblivion“, einem klangvollen schwelgerischen Tango-Genuss, der den vielseitigen Konzertabend passend abrundete.

Das nächste Konzert der „pianoforte“-Reihe findet am Freitag, 16. November, mit der Pianistin Anna Tyshayeva statt.