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Xanten: Verkaufsoffener Sonntag nur für 2G

Adventswochenende in Xanten : Verkaufsoffener Sonntag nur für 2G

Am zweiten Adventswochenende haben die Geschäfte in Xanten an beiden Tagen geöffnet. Aber nur genesene und geimpfte Menschen dürfen in allen Läden einkaufen, weil das Land Einschränkungen erlassen hat. Was der Handel dazu sagt.

Für ungeimpfte Menschen war der Freitag die vorerst letzte Chance, in vielen Geschäften vor Ort noch ein Weihnachtsgeschenk oder etwas anderes zu bekommen. Die NRW-Landesregierung hat am Nachmittag eine neue Corona-Schutzverordnung veröffentlicht, die schon am Samstag in Kraft tritt. Damit gilt auch im Einzelhandel die 2G-Regel. Es dürfen nur noch genesene und geimpfte Menschen in die Geschäfte. Ausgenommen sind Läden für den Einkauf des täglichen Bedarfs wie Supermärkte, Apotheken oder Drogerien.

Damit findet der verkaufsoffene Sonntag in Xanten am 5. Dezember ohne ungeimpfte Menschen statt. Von 13 bis 18 Uhr haben die Geschäfte geöffnet. Anlass ist der Weihnachtsmarkt und natürlich das bevorstehende Weihnachtsfest. In früheren Jahren hätten die Händler auf ein gutes Geschäft hoffen können. In diesem Jahr sind die Erwartungen gedämpft.

Das waren sie schon vor der neuen Corona-Schutzverordnung. Nun müssen die Händler aber auch die Einhaltung der 2G-Regel in ihren Geschäften kontrollieren, und einige Kunden können nicht mehr kommen – weil sie weder genesen noch geimpft sind. Begeistert sei davon keiner, sagt Ludger Lemken, Metzgermeister und Vorsitzender der Interessengemeinschaft Gewerbetreibender Xanten (IGX). „Aber besser 2G als ganz zu.“ So war es 2020 gewesen. Daran kann sich Joachim Herbst vom gleichnamigen Sportfachgeschäft noch erinnern. Ab dem 16. Dezember mussten die Geschäfte wegen des Lockdowns schließen. Auch er hat dann lieber mit 2G durchgehend geöffnet, obwohl die neue Regelung mehr Aufwand bedeutet.

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„Der Zugang wird von den Geschäften kontrolliert“, schreibt das Land NRW vor. „Es ist machbar“, glaubt Lemken. Das meint auch Herbst. „In Xanten können wir mit 2G leben.“ Jedoch hätten es die Händler hier auch einfacher als ihre Kollegen in Großstädten, glaubt er. In der Stadt sei der Kundenandrang geringer, die Geschäfte hätten nur einen Eingang – es müssten nicht mehrere Mitarbeiter abgestellt werden, um an allen Seiten zu überprüfen, ob auch nur geimpfte oder genesene Menschen hineinkommen.

Aber die neue Regelung dämpft die Stimmung weiter. Schon vorher hatten Herbst und Lemken beobachtet, dass die Menschen gezielter einkaufen gehen, dass sie wegen der Pandemie darauf verzichteten, gemütlich durch die Fußgängerzone zu bummeln und zu schlendern. Deshalb fehlten die spontanen Lustkäufe, der Handel mache dadurch weniger Umsatz als früher im Weihnachtsgeschäft, sagt Lemken. Herbst rechnet mit Einnahmen wie im Vorjahr. Aber damit würde der Umsatz ein weiteres Mal um mehr als 50 Prozent unter dem Niveau des Weihnachtsgeschäftes von vor Corona liegen. Dabei hatte es im Sommer schon Diskussionen über ein Ende der Einschränkungen gegeben. Aber dann rollte die vierte Corona-Welle heran. Die Politik habe in den vergangenen Monaten versäumt, das zu verhindern, sagt Herbst. Der Handel und andere Branchen, für die Einschränkungen gelten, müssten das nun ausbaden.

Der Frust ist groß. Anderswo noch mehr. Für die Händler sei 2G eine „Katastrophe“, meint Doris Lewitzky, Hauptgeschäftsführerin des Einzelhandelsverbandes Niederrhein. Zum einen wegen der Kontrollen. Zum anderen wegen der Impfquote: Wenn kein Ungeimpfter mehr in den Laden dürfe, seien rund 30 Prozent potenzieller Käufer ausgeschlossen. „Vor diesem Hintergrund sehe ich einige Händler auch bei uns in ihrer Existenz bedroht.“ Schon der erste Adventssamstag fiel aus Sicht des Handels nicht so positiv aus wie erwartet. „Wir sind optimistisch gewesen – dann kam Omikron. Das hat scheinbar viele davon abgehalten, sich in die Städte zu begeben und für zusätzliche Unsicherheit gesorgt.“

(wer/mtm)