Xanten: Vater soll Töchter auf Campingplatz missbraucht haben

Missbrauchsverdacht in Xanten : Vater soll Töchtern 50 Euro für Sex versprochen haben

Ein 42-jähriger Mann soll die Mädchen mehrmals auf einem Campingplatz in Xanten und in einer Wohnung in Voerde sexuell missbraucht haben. In zwei Wochen beginnt der Prozess.

Der Campingplatz ist idyllisch gelegen. Felder, Wiesen und Wälder umgeben ihn. Fast zwei Jahre lang soll der Vater von zwei Töchtern und einer Stieftochter dort gelebt haben, zwischen 2015 und 2017. Mehrmals soll er in dieser Zeit die Mädchen missbraucht haben. Auch später noch, als er in eine Wohnung nach Voerde gezogen war. Anfang September beginnt vor der Strafkammer in Moers der Prozess gegen den 42-Jährigen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm schweren sexuellen Missbrauch vor, wie das Landgericht Kleve mitteilt. Dem Vater droht eine mehrjährige Haftstrafe.

Angeklagt ist noch ein weiterer Mann, 38 Jahre alt. Auch er wurde in Duisburg geboren, genauso wie der angeklagte Vater. Beide Männer sollen einmal zusammen sexuelle Handlungen an und vor den Kindern vorgenommen haben: Nach den bisherigen Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft zog der Vater zunächst die Jalousien in der Wohnung in Voerde herunter und forderte dann eines der Mädchen auf, sich auszuziehen. Anschließend soll er sich selbst vor der Tochter befriedigt haben, bevor er Aufnahmen davon machte, wie sich der 38-jährige Bekannte an dem Kind verging. Obwohl das Mädchen den Vater darum bat aufzuhören, soll es an diesem Tag noch einmal von ihm missbraucht worden sein.

Es sind schwer zu ertragende Beschreibungen, die in der Anklageschrift stehen. Mindestens 23 Mal sollen die drei Mädchen zwischen dem 1. Januar 2015 und dem 20. Oktober 2017 von ihrem Vater allein oder von ihm und seinem Bekannten sexuell missbraucht worden sein. In der Zeit waren sie unter 14 Jahre alt. Nach Angaben des Landgerichts treten sie als Nebenklägerinnen auf. Sie sind auch als Zeuginnen geladen. Ob sie tatsächlich aussagen müssen, dürfte davon abhängen, ob sich die Angeklagten vor Gericht zu den Vorwürfen äußern werden.

Der Missbrauch soll angefangen haben, als sich der Mann und die Mutter der Kinder trennten. Damals lebte die Familie in Duisburg. Nach den bisherigen Ermittlungen zog der Vater nach der Trennung in eine Wohnung eine Etage tiefer im Haus. Dort sollen die Kinder ihn regelmäßig besucht haben. In Duisburg soll es dann ein erstes Mal zum Missbrauch gekommen sein. Die weiteren Fälle sollen sich in den folgenden beiden Jahren in Xanten und Voerde ereignet haben.

In der Gerichtsverhandlung in Moers wird es auch um eine sogenannte Belohnungsliste gehen, die der Vater angelegt haben soll. Demnach versprach der Mann seinen beiden Töchtern und der Stieftochter eine finanzielle Gegenleistung, wenn sie gefügig waren und die sexuellen Handlungen mitmachten, die er von ihnen verlangte. Wie Staatsanwaltschaft und Polizei ermittelten, sollten die Kinder zum Beispiel 20 Euro bekommen, wenn sie sich nackt auszogen und er Fotos oder andere Aufnahmen von ihnen machen konnte. 50 Euro soll er ihnen zugesagt haben, wenn er mit ihnen Geschlechtsverkehr haben konnte.