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Xanten: Theodor Hoffacker erhält Kapitelskreuz für 70 Jahre Seelsorge

Ehrung von Theodor Hoffacker : Das Kapitelskreuz für 70 Jahre Seelsorge

Theodor Hoffacker (94) wird am Freitag in der Wallfahrtskirche in Marienbaum zum Ehrenkapitular am Dom zu Münster ernannt. Der Xantener erhält den seltenen Titel für seinen 70 Jahre währenden Dienst in der Seelsorge.

Seit 70 Jahren führt Theodor Hoffacker Menschen zu Gott und schenkt diesen zugleich seine ganze Kraft. Vielen bleibt er als Kaplan an St. Gabriel in Duisburg und St. Maria Magdalena in Goch, als Pfarrer in St. Antonius in Neukirchen-Vluyn und St. Peter und Paul in Straelen sowie als Dechant im Dekanat Geldern unvergessen. Und selbst heute noch – mit 94 Jahren – sagt der emeritierte Pfarrer aus Xanten: „So richtig pensioniert bin ich eigentlich nicht.“ Genau für diesen unermüdlichen Einsatz für Kirche und Menschen erhält Hoffacker nun eine besondere, sehr seltene Ehrung: Er wird zum Ehrendomkapitular am St.-Paulus-Dom zu Münster ernannt. Die Auszeichnung wird ihm am Freitag, 17. Juli, 11 Uhr, im Rahmen einer Wort-Gottes-Feier in der Wallfahrtskirche Marienbaum verliehen.

Den Gottesdienst leitet der Regionalbischof für die Region Niederrhein, Weihbischof Rolf Lohmann. Dompropst Kurt Schulte aus Münster wird dem neuen Ehrendomkapitular das Kapitelskreuz überreichen. Ein seltene Auszeichnung, die die Zustimmung des gesamten Domkapitels voraussetzt. In den vergangenen Jahren wurde immer nur ehemaligen Mitgliedern des Domkapitels, die in einem anderen Bistum Bischof wurden, diese Ehre zuteil. Für Hoffacker jedoch wurde eine Ausnahme gemacht – als Ausdruck der Wertschätzung für seine 70 Jahre währenden Dienste.

Zu Theodor Hoffackers (M.) Eisernem Prieser-Jubiläum waren auch Pfarrer Erzbischof von Berlin Heiner Koch (l.) und Weihbischof Wilfried Theising zu Gast. Foto: Tobias Herbst

Vor allem der Jugend widmete Theodor Hoffacker zeitlebens viel Aufmerksamkeit. 1950 mit 24 Jahren zum jüngsten Priester im Bistum Münster geweiht, organisierte er bereits ein Jahr später ein Zeltlager an St. Gabriel in Duisburg-Neudorf. Zur Premiere mit einer eher überschaubaren Anzahl an Teilnehmern. Doch das Vergnügen sprach sich schnell herum. Im darauffolgenden Jahr wollten schon 150 Jugendliche mitmachen. Und es wurden von Jahr zu Jahr mehr.

Später wechselte Hoffacker nach St. Maria Magdalena in Goch, wo er auch als Religionslehrer tätig war. Besonders im Gedächtnis geblieben sind ihm auch zwölf Jahre in Vluyn, wo er – der erste katholische Pfarrer nach 400 Jahren – in einer Gemeinde von Bergleuten aus Deutschen, Polen, Ukrainern, Italienern und Ungarn nicht nur die St.-Antonius-Kirche, sondern auch die junge Gemeinde aufbauen konnte.

In Straelen wurde Hoffacker Pastor und Dechant des Dekanats Geldern. Und als der damalige Bischof Josef Lettmann mitbekam, dass Hoffacker es gut mit den Schützen konnte, trug der ihm 1996 das Amt des Diözesanpräses des Bundes der historischen deutschen Schützenbruderschaften an. Bis zu seinem 87. Lebensjahr führte der Xantener dieses Amt aus, fuhr jährlich rund 30.000 Kilometer mit seinem VW durch die Diözese. War er in Vertretung des Generalpräses Heiner Koch unterwegs, ging es auch mal mit dem Zug oder dem Flugzeug bis ins Saarland.

Hoffacker selbst betonte dabei immer, dass der „Job für Gott“ ihm schlichtweg Spaß mache. Einen „Berufenen“ nennt er sich aus tiefer Überzeugung.

Diese Berufung verspürte er schon in früher Kindheit – geprägt von seinem katholischen Elternhaus und den drei Tanten aus Menzelen, die den gebürtigen Büdericher in den ersten Lebensjahren versorgt hatten. Ein Vorbild war aber auch Karl Leisner. Der zeitlebens gegen die Herrschaft der Nationalsozialisten kämpfende und in KZ-Haft verstorbene Märtyrer der katholischen Kirche war Jungscharführer im Büstum Münster, als Hoffacker gerade 16 Jahre alt war. Nicht zuletzt die heimlichen Gruppentreffen beim Kaplan während der Nazi-Diktatur haben auch seine fünf Brüder und zwei Schwestern beeinflusst. Gleich drei Priester gingen aus der Familie Hoffacker hervor. Drei weitere Geschwister verpflichteten sich ebenfalls den kirchlichen Diensten.