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Xanten: Süße Momente für drei Generationen beim Online-Backkurs

Online-Backkurs : Süße Momente für drei Generationen

In der Corona-Krise ist gemeinsames Backen schwierig. Deshalb gibt es jetzt Online-Kurse, die die Generationen verbinden wollen, ohne dabei die Abstandsregeln zu missachten. RP-Mitarbeiterin Heidrun Jasper hat mit ihrer Tochter Inga und Enkelin Matilda den Selbsttest gemacht.

Ich geb’s zu, ich bin koch- und backtechnisch vielleicht nicht gerade eine Niete, aber doch relativ ahnungslos. Und ich hatte natürlich auch keine Springform mit einem 20-Zentimeter-Durchmesser im Schrank, als ich mich am Sonntagnachmittag in meiner Küche kurz vor 15 Uhr im Netz einloggte und bei einem Online-Back-Event mitmachte, das die Volksbank Niederrhein zusammen mit der Rheinischen Post verlost und für das sie sich die Firma BakeNight ins Boot geholt hatten. Eine Internetverbindung und einen Computer habe ich, damit waren die Teilnahme-Voraussetzungen erfüllt.

Zusammen mit Anja, Steffi, Dörte, Luisa, Elea, Finja, Daniela, Helena, Laura und Tom, Enkel von Martina, mit meiner Tochter Inga und meiner Enkelin Matilda war ich im Meetingraum von Katharina Brunner zugeschaltet und habe darauf gewartet, dass es endlich losgeht. Die junge Frau aus München ist Meisterbäckerin, arbeitet in einer Catering-Kochschule in der bayrischen Landeshauptstadt und gehört zum Team der Firma BakeNight, die im Sommer 2019 in Berlin gegründet wurde und mit lokalen Bäckereien und Konditoreien kooperiert, die durch Backworkshops zusätzlich Umsatz generieren wollen. Zehn Online-Workshops hat sie schon gegeben, wir waren die elfte Gruppe, mit der Brunner backen wollte. Ein Cheesecake sollte es sein, Käsekuchen kann man auch dazu sagen. Die Liste der Zutaten hatten wir einige Tage vorher per E-Mail bekommen.

 Käsekuchen mit Blaubeeren und Mandelkrokant: Mit Hilfe eines Back-Profis schaffte dies auch RP-Mitarbeiterin Heidrun Jasper.
Käsekuchen mit Blaubeeren und Mandelkrokant: Mit Hilfe eines Back-Profis schaffte dies auch RP-Mitarbeiterin Heidrun Jasper. Foto: Fischer, Armin (arfi )/Fischer, Armin ( arfi )

Nachdem sich alle Teilnehmer kurz vorgestellt hatten, konnte es losgehen. Die Springform mit Backpapier ausgelegt, den Herd auf 160 Grad Umluft vorgeheizt. Erster Schritt: Einen Mürbeteig kneten, „mit der Hand, bis sich alle Zutaten verbunden haben“, so der Tipp der Back-Lehrerin aus München, die als Backwolke im Internet unterwegs ist. Den Teig auf dem Boden der Springform ausgerollt oder besser mit der Hand schön platt gedrückt, Springform beiseite gestellt.

„Daumen hoch, wer bereit ist für den nächsten Schritt“, versicherte sich die Meisterbäckerin in ihrer Community, bevor sie den nächsten Back-Schritt einläutete: Die Cheesecake-Masse herstellen, dazu alle Zutaten verrühren. „Auf ganz niedriger Stufe und so kurz wie möglich, weil Frischkäse immer flüssiger wird“, lautete ihr Tipp. Dann die cremige Masse auf den Mürbeteig geben, oben drauf 200 Gramm Blaubeeren oder Himbeeren oder andere Früchte aus der Tiefkühltruhe verteilen und für knapp 60 Minuten ab in den vorgeheizten Ofen.

Letzter Schritt: 200 Gramm Mandelblätter mit 100 Gramm Zucker in einer Pfanne bei mittlerer Temperatur (die Backwolke riet zu Stufe sieben bei einer Skala von eins bis neun) karamelisieren. Und spätestens da trennte sich die Spreu vom Weizen: Ich geb’s zu, mein Mandelkrokant war erheblich zu lange in der Pfanne und schon mächtig dunkel, als ich ihn vom Herd nahm. Aber gut zwei Drittel konnte ich noch fein vom Pfannenboden abkratzten...

Wer wollte, konnte sich noch am „Cake-Topper aus weißer Blockschokolade“ versuchen: Die Schokolade bei geringer Temperatur im Wasserbad schmelzen, die cremige Masse in einen Spritzbeutel geben und auf Butterbrotpapier damit etwas Nettes schreiben und später, wenn die Schokoladen-Buchstaben wieder abgekühlt und hart sind, oben auf den Käsekuchen legen.

Dann der für mich erlösende Satz: „So, jetzt kann der Kuchen raus, auch wenn er in der Mitte noch etwas wabbelt.“ Den Mandelkrokant auf dem Kuchen verteilt, fertig war das Backwerk. „Aber auf keinen Fall die Springform lösen, sondern den Kuchen etwas abkühlen lassen und dann ein paar Stunden in den Kühlschrank stellen“, riet Profi-Bäckerin Brunner, bevor sie sich von den Backwilligen verabschiedete und noch einen schönen Nachmittag wünschte. „Tschüss, Oma“, rief mir meine Enkelin noch übers Video zu; „Tschüss, Oma“, verabschiedete sich auch Tom von seiner Großmutter Martina. Und ganz ehrlich: Es hat Spaß gemacht, das gemeinsame Backen, ohne die Abstandsregeln zu missachten.

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