Xanten: Streit um volle Busse - Niag widerspricht Eltern

Gesamtschule Xanten/Sonsbeck: Niag und Eltern streiten über Schulbusse

In Xanten beklagen sich Eltern über zu volle Schulbusse. Die Niag kontrolliert daraufhin einige Fahrzeuge - und sieht sogar noch Platz für ein paar Schüler mehr.

Wenn mittags der Unterricht endet, stürmen Hunderte Mädchen und Jungen der Gesamtschule Xanten/Sonsbeck zu den Bussen und wollen damit nach Hause fahren. Aber für diesen Ansturm stünden zu wenige Fahrzeuge bereit, beklagen Eltern. Die Busse seien mittags überfüllt. Kinder und Jugendliche hätten schon zurückbleiben müssen, weil kein Platz mehr gewesen sei, beklagte Klaus van Husen, Vorsitzender der Schulpflegschaft, schon vor Wochen.

Mitarbeiter des Busunternehmens Niag haben das am Freitag überprüft und die Linien 36 und 43 zwischen dem Schulzentrum in Xanten und Sonsbeck kontrolliert. Dabei zählten sie die Anzahl der Jungen und Mädchen in den Fahrzeugen. Anschließend sprach Tobias Jakubowski, stellvertretender Betriebsleiter der Niag, von einer „normalen Auslastung“. In allen Bussen, in denen er und seine Kollegen gewesen seien, hätten sie noch freie Plätze gefunden. Die Niag werde deshalb den Eltern die Rückmeldung geben, „dass wir keinen Handlungsbedarf sehen“.

Das Unternehmen habe in den vergangenen Wochen mehrere Beschwerden über zu volle Busse erhalten, sagte Jakubowski weiter. Eltern hätten gesagt, dass ihre Kinder keinen Platz mehr finden würden und stehen müssten oder nicht mitfahren könnten. Am Ende der Woche sei die Situation besonders schlimm. Deshalb hätten sie die Busse am Freitag überprüft. In drei Gelenkbussen hätten sie jeweils 98, 104 und 105 Schüler gezählt. Ausgelegt seien die Fahrzeuge für 110 bis 115 Fahrgäste. Außerdem hätten sie sich die Belegung in einem Standardbus für 90 Personen angesehen. Mit 63 Kindern hätten sie eine „normale Besetzung“ vorgefunden. „Es hätten noch ein paar Schüler hineingepasst.“

  • Jugend trifft Kommunalpolitik : Schüler bemängeln überfüllte Busse

Wenn die Jungen und Mädchen trotzdem keinen Platz in den Bussen finden würden, läge das an anderen Schülern, die vorne einstiegen und nicht bis nach hinten im Fahrzeug durchgingen, sagte Jakubowski. Dieses Verhalten hätten er und seine Kollegen am Freitag mehrfach beobachtet. Die Schüler seien im Gang stehen geblieben und hätten sich unterhalten. Andere, die nach ihnen den Bus bestiegen hätten, hätten deshalb nicht mehr bis zu den freien Plätzen durchgehen können, kritisierte er. „Dieses Phänomen haben wir in allen Bussen.“

Die Eltern bezweifeln allerdings, dass wirklich so viele Schüler in einen Bus passen, wie offiziell zugelassen sind. Die Kinder nähmen mehr Platz ein als andere Fahrgäste, weil sie ihren Ranzen und vielleicht noch einen Sportbeutel dabei hätten, sagen Mütter und Väter. Die Schulpflegschaft der Gesamtschule Xanten/Sonsbeck will deshalb in den nächsten Tagen selbst testen, wie viele Mädchen und Jungen in einen Bus passen.

Mehr von RP ONLINE