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Xanten: Streit um Notarzt-Standorte - Alfred Melters macht weiter Druck

Streit um Notarzt-Standorte : Melters macht weiter Druck

Der Landkreis plant einen Rettungsgipfel zum Streit über die Notarzt-Standorte in Xanten, Rheinberg und Alpen. Xantens Krankenhaus-Förderverein will daran teilnehmen - sonst würden die Interessen der Patienten nicht ausreichend vertreten, sagt Alt-Bürgermeister Alfred Melters.

Er lässt nicht locker. Alfred Melters hat sich schon an den Landrat, die Fraktionen im Kreistag und die Bürgermeister in der Umgebung gewandt. Sollte er bei ihnen nicht weiterkommen, will Xantens Alt-Bürgermeister die Bevölkerung mobilisieren und Unterschriften sammeln. Schließlich geht es um die Zukunft des Sankt-Josef-Hospitals, und als Vorsitzender dessen Fördervereins fühlt er sich dafür verantwortlich.

Deshalb möchte er auch am Gipfeltreffen teilnehmen, das der Landkreis zum Streit um die Notarzt-Standorte in Xanten, Rheinberg und Alpen plant. „Die Menschen haben die Sorge, dass die Politik über ihre Köpfe hinweg entscheidet“, sagt Melters. Der Förderverein müsse beim Gipfeltreffen dabei sein, um die Interessen der Patienten zu vertreten. „Als Förderverein sind wir das Bindeglied zwischen Hospital und Bevölkerung.“

Aber bisher gibt es keine Einladung: Auch er habe vom geplanten Rettungsgipfel nur aus der Zeitung erfahren, sagte Xantens Bürgermeister Thomas Görtz neulich im Stadtrat. „Der Landrat hat eine merkwürdige Form der Kommunikation.“ Er wisse deshalb auch noch nicht, was ihn auf dem Gipfeltreffen erwarte, das die Kreisverwaltung Anfang Dezember angekündigt hatte, um mit Bürgermeistern und Kreistagsfraktionen über den neuen Rettungsdienstbedarfsplan zu sprechen. Der Landkreis reagierte damit auf die Kritik an den bisher bekanntgewordenen Überlegungen.

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Vor allem Xanten wehrt sich gegen den Vorschlag, die nächtlichen Notdienste aus der Stadt sowie aus Rheinberg abzuziehen und dafür einen nächtlichen Notdienst am Standort in Alpen einzurichten. Die Sorge ist, dass die Einsatzkräfte in einem Notfall nicht mehr schnell genug vor Ort sein können. „Es geht um Menschenleben, dabei zählt jede Sekunde“, schreibt der ehemalige Stadtrat Herbert Dissen (FBI) in einem offenen Brief an den Landrat.

Diese Sorge treibt auch Melters um. Und noch mehr: „Wir sind ja ein Notfallkrankenhaus“, erklärt der Alt-Bürgermeister. „Sollte der Notarzt ausgelagert werden, geht das an die Substanz des Krankenhauses.“ Er dränge deshalb darauf, dass dieser Vorschlag nicht in den Entwurf für einen Rettungsdienstbedarfsplan aufgenommen werde. Sollte die Kreisverwaltung auf die Bedenken nicht eingehen, „mobilisieren wir die Bevölkerung“.

Auf Anfrage unserer Redaktion bekräftigt die Kreisverwaltung, dass sie für Anfang des Jahres einen Rettungsgipfel plant. Aber zunächst müsse es einen „verwaltungsintern abgestimmten und damit beratungsfähigen Entwurf“ geben, über den sie dann Vertretern der Politik und der Kommunen sprechen könne. Entscheidungen stünden beim Gipfel nicht an. Stattdessen solle sich der Ausschuss für Rettungswesen mit dem Thema beschäftigen, dann der Kreisausschuss und schließlich der Kreistag. Aber vorher erhielten alle Bürgermeister und Krankenhäuser die Möglichkeit, Stellung zu nehmen, versichert die Kreisverwaltung.