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Xanten: Straßenmusik gegen den Corona-Blues

Spontaner Auftritt an Xantener Südsee : Straßenmusik gegen den Corona-Blues

Zwei Berufsmusiker sind am Mittwochnachmittag spontan an der Xantener Südsee aufgetreten. Nach einem Jahr ohne Konzerte müssten sie wieder spielen, auch um Geld zu verdienen, sagten sie.

Vor der Corona-Pandemie war die Heinz-Trauten-Promenade an der Xantener Südsee regelmäßig ein Ort für kleine Konzerte gewesen, aber seit einem Jahr ist es auch dort still geworden. Bis Mittwochnachmittag: Die Berufsmusiker Nicole und Mike Markwitz kamen aus Kamp-Lintfort nach Xanten, um an der Südsee spontan zu spielen. Sie bauten Mikrofon und Lautsprecher auf und legten los.

Als Take Two treten sie sonst 120 bis 140 Mal im Jahr auf, auf Konzerten, Hochzeiten und anderen Veranstaltungen. Davon leben sie, aber seit Beginn der Corona-Krise haben sie keine Auftritte und damit auch keine Einkünfte mehr. Die zugesagten Corona-Hilfen des Staates seien bis heute nicht gekommen, sagte Nicole Markwirtz. Sie hätten Existenzangst. „Ich habe Panikattacken“, berichtete die Sängerin. Am Wochenende sei es nicht mehr gegangen. „Ich habe geweint.“

Sie hätten sich gesagt, dass sie etwas unternehmen müssten, berichtete ihr Mann, Gitarrist Mike Markwirtz. Also seien sie spontan wieder zu Straßenmusikern geworden und in Moers aufgetreten. Am Mittwoch hätten sie sich für Xanten entschieden. Weitere Auftritte würden folgen, „so wie die Sonne scheint“. Sie wollten nur wieder spielen und den Menschen eine Freude machen, sagte Nicole Markwirtz. „Hier kann nichts passieren, hier ist viel Platz.“

Spaziergänger hatten sich schon vorher in großen Abständen auf die Stufen der Heinz-Trauten-Promenade gesetzt, jetzt hörten sie den Rock- und Popliedern zu. Nach den Stücken klatschten sie, manche warfen auch Münzen in den Gitarrenkoffer. An diesem Nachmittag war wieder etwas Zuversicht zu spüren.

(wer)